Blutgastransport bei Muskelarbeit
Die Bindungseigenschaften des Blutes für O2 und CO2 ermöglichen bei Arbeit eine energiesparende Verdreifachung der arterio-venösen Differenz ohne Steigerung des Herzzeitvolumens. Die Abnahme des für die Diffusion wichtigen Sauerstoffdrucks mit fallender Sauerstoffsättigung in den Gewebskapillaren wird durch Ansäuerung (Bohreffekt) und Temperaturanstieg, die eine Rechtsverschiebung der O2-Bindungskurve verursachen, deutlich gebremst. Bei Ausdauertrainierten ist der Bohreffekt verstärkt. Außerdem wird bei ihnen die O2-Bindungskurve als Folge einer Verjüngung der Erythrozyten rechtsverschoben und versteilert, was die Be- und Entladebedingungen verbessert. Die arterio-venöse Differenz für CO2 erhöht sich bei Arbeit zunächst durch Zunahme des venösen PCO2. Die Abflachung der CO2-Bindungskurve bei Milchsäureazidose wird durch Hyperventilation, bei der der arterielle Punkt in den steilen Anfangsbereich der Kurve bei niedrigen CO2-Drucken wandert, teilweise kompensiert. Training wirkt auf den CO2-Transport im Blut durch niedrigere Laktatkonzentration und entsprechend geringere Hyperventilation bei einer gegebenen Leistung. Die Einnahme von Carboanhydrasehemmern als Mittel gegen Höhenkrankheit erschwert die CO2-Abgabe und scheint die Ausdauer zu beeinträchtigen.
Dtsch. Z. Sportmed., 50(1999)11/12, S. 356-361
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Veröffentlicht in: | Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
1999
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| Online-Zugang: | https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv1999/Heft11/1999_11-12_BLUTGASTRANSPORT.pdf |
| Jahrgang: | 50 |
| Heft: | 11/12 |
| Seiten: | 356-361 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |