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Effekte und Nebenwirkungen von Blut- und Erythropoietindoping

Eine Zunahme des Blutvolumens oder eine höhere Hämoglobinkonzentration stehen in enger Korrelation zur VO2max und damit einer verbesserten Leistungsfähigkeit in Ausdauersportarten. Dies hat lange Jahre zum Einsatz von Höhentraining, das mit einer Aktivierung der Erythropoese einhergeht, geführt. In den 70er Jahren wurden erstmals Vermutungen laut, dass Athleten das sogenannte Blutdoping zur Leistungssteigerung einsetzen würden. Dabei handelt es sich in erster Linie um Eigenbluttransfusionen, d.h. dem Athleten wird Blut entnommen, das später - kurz vor einem Wettkampf, wenn eine Wiederauffüllung des eigenen Blutreservoirs erfolgt ist - zusätzlich infundiert wird und damit das Blutvolumen akut erhöht. Deutliche Leistungssteigerungen in Ausdauersportarten konnten mit diesem Verfahren nachgewiesen werden. Unter den negativen Folgen war insbesondere eine Zunahme der Viskosität zu verzeichnen. In den letzten Jahren zeigte eine andere Methode ähnliche Effekte. Die Anwendung von gentechnisch hergestelltem Erythropoietin, einem Hormon, das die Erythrozytenbildung im Knochenmark aktiviert, führte zu einer allmählichen Erhöhung von Blutvolumen und Hämoglobinmenge. Beide Verfahren sind in der Klinik von großem Nutzen, fallen aber bei Anwendung im Sport unter die Dopingbestimmungen. Der Nachweis ist heute in beiden Fällen zwar noch nicht mit 100%iger Sicherheit möglich, gelingt aber bereits in über 80 %. Dtsch. Z. Sportmed., 50(1999)11/12, S. 350-355
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1999
Online-Zugang:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv1999/Heft11/1999_11-12_BLUTDOPING%20EPO.pdf
Jahrgang:50
Heft:11/12
Seiten:350-355
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch