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Die Bedeutung des Blutvolumens für den Ausdauersportler

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Einflüsse des Blutvolumens (BV) und seiner Teilvolumina auf die Ausdauerleistung aufzuzeigen. Einer Plasmavolumen(PV)-Verminderung während akuter Belastung schließt sich eine reflektorisch und hormonell gesteuerte Überkompensationsphase an. Ausdauersportler sind folglich durch um durchschnittlich bis zu 40 % höhere Blutvolumina gekennzeichnet. Dabei ist das PV in der Regel überproportional vergrößert, was einen niedrigen Hämatokrit zur Folge hat. Querschnittstudien zeigen bei auf Meereshöhe trainierenden Sportlern sehr enge Korrelationen der VO2max mit dem BV und der Hämoglobinmenge, jedoch nicht mit der [Hb]. Artifizielle Anstiege des PV verbessern insbesondere die Leistung auf submaximalen Belastungsstufen, während ein selektiver Anstieg der Hämoglobinmenge als Folge von Höhentraining oder Blut- und EPO-Doping die maximale aerobe Leistungsfähigkeit erhöht. Physiologischerweise verbessert ein Ausdauertraining die Leistungsfähigkeit über eine Erhöhung des Herzminutenvolumens und der Muskelperfusion, während dies bei Höhentraining und Blut- bzw. EPO-Doping durch einen Anstieg der O2-Transportkapazität bewirkt wird. Da letzteres aber zu einer erheblichen Reduktion insbesondere der u.a. cerebralen Durchblutung führen kann, wird die Kontrolle von Hämatokritobergrenzen trotz einer Vielzahl von Manipulationsmöglichkeiten befürwortet. Dtsch. Z. Sportmed., 50(1999)11/12, S. 341-349
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1999
Online-Zugang:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv1999/Heft11/1999_11-12_TRAINING%20BLUTVOLUMEN.pdf
Jahrgang:50
Heft:11/12
Seiten:341-349
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch