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Höhenakklimatisation

Während des Aufenthalts in grossen Höhen setzt man den Organismus einem mit der Höhe zunehmenden Grad an Hypoxie aus. Dabei werden Akklimatisationsvorgänge eingeleitet, welche das Aufrechterhalten vitaler Funktionen während akuter und länger dauernder Hypoxie-Exposition ermöglichen. Diese betreffen die Funktion einzelner Zellen und damit auch der betroffenen Organe. Über periphere und zentrale Chemorezeptoren wird in Hypoxie die Atmung und damit der PO2 im Blut erhöht. Plasmavolumen-Verminderung und gesteigerte Erythropoese erhöhen die O2-Transportkapazitaet. Auf zellulaerer Ebene werden regulatorische Mechanismen (z.B. Änderung von Enzymaktivitäten) initiiert, welche meist auf das Sparen von Sauerstoff ausgerichtet sind. Akklimatisation an chronische Hypoxie erfolgt auch durch die Regelung der Expression von Proteinen, welche entsprechende Änderungen des Stoffwechsels (z.B. Steigerung des anaeroben Stoffwechsels) und des Energiebedarfs sowie die Verwertung des (wenigen) Sauerstoffs betreffen. Da aber durch die Akklimatisationsvorgänge der Abfall des Sauerstoffpartialdrucks im Blut in der Höhe nicht verhindert werden kann, bleibt die Triebkraft für die Sauerstoff-Diffusion vermindert, sodass diese Mechanismen im Wesentlichen den Hypoxie-bedingten Leistungsabfall nicht verhindern sondern nur begrenzen können. Dtsch. Z. Sportmed., 51(2000)12, S. 390-395
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2000
Online-Zugang:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2000/heft12/a01_1200.pdf
Jahrgang:51
Heft:12
Seiten:390-395
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch