Optimierung sportmotorischen Lernens. Theoretische Grundlagen - experimentelle Befunde - Praxisempfehlungen

Die Beherrschung sporttechnischer Fertigkeiten spielt sowohl im Schul- als auch im Vereinssport (und dort auf nahezu allen Leistungsebenen) eine wichtige Rolle. Je höher das Leistungsniveau ist, desto mehr müssen sich Sportler, Lehrer, Schüler auch mit der beidseitigen Beherrschung motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten auseinander setzen. In einer Vielzahl von Sportarten entscheidet die ihre Beherrschung mit der bevorzugten wie auch mit der nicht-bevorzugten Seite über Erfolg oder Misserfolg einer Handlung. Daraus ist abzuleiten, dass entsprechende Übungs- und Trainingsstrategien und -programme zu entwickeln sind, wie die beidseitige Beherrschung leistungsentscheidender Aktionen entwickelt werden kann. Bisherige wissenschaftliche Untersuchungen derÜbertragung motorischer Fertigkeiten von einer auf die andere Körperseite ergaben recht widersprüchliche, zum Teil ambivalente Ergebnisse. Mit der vorliegenden Arbeit widmen sich die Autoren der Frage, wie ein derartiger Fertigkeitstransfer optimal gestaltet werden kann. So wurde zum Beispiel festgestellt, dass die frühzeitige Einbeziehung der nicht-bevorzugten Seite in das Fertigkeitslernen der bevorzugten Seite keine negativen Auswirkungen auf die dominante Seite hat. Die Untersuchungsergebnisse weisen sogar darauf hin, dass dadurch eine besser strukturierte kognitive Repräsentation der Bewegung erzielt werden kann. Gleichzeitig kam es dadurch zu einer besseren Langzeitspeicherung auf der nicht-bevorzugten Seite, vorausgesetzt, es wurde mit einem variablen Trainingsplan gearbeitet. Letztlich ist auch die Erkenntnis der Arbeit interessant, dass die Testgruppe, die Fertigkeiten zuerst mit links (der nicht-bevorzugten Seite) und dann mit rechts erlernte, bei denÜberprüfungen der Leistungsfähigkeit im Vergleich zu den anderen Gruppen die besten Ergebnisse nachwies. Daraus wird abgeleitet, dass die frühzeitige systematische Einbeziehung der nicht-bevorzugten Seite in das Training als sehr vorteilhaft zu sehen ist. Insgesamt leistet die Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Aufhellung des Transfers im Bewegungslernen und sollte sowohl für Sportlehrer als auch Übungsleiter und Trainer in nahezu allen Sportarten eine interessante und wichtige Lektüre für die Gestaltung von Techniktraining darstellen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Marburg 2003
Ausgabe:Marburg: Tectum Verlag, 2003.- 128 S.
Seiten:128
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel