Die Wirbelsäule im Leistungssport. Beiträge auf dem 2. Bremer Kongress für Sportmedizin am 31. Januar 2004
Vor dem Hintergrund von ca. 30 Milliarden Euro pro Jahr direkter und indirekter Kosten aufgrund von Rückenbeschwerden allein in Deutschland ergeben sich zwangsläufig die Fragen nach der mechanischen Belastbarkeit der Wirbelsäule, nach Art und Ausmaß resultierender struktureller und funktioneller Störungen sowie nach Möglichkeiten der Diagnostik, Versorgung und Behandlung. Zudem gewinnt die Frage nach qualitätssichernden Maßnahmen im Rahmen präventiver sowie rehabilitativer Kompensationsstrategien zunehmend an Bedeutung.
Ausgehend von diesem Wissen und den sich daraus ergebenden Fragen wurde am 31. Januar 2004 an der Universität Bremen der 2. Bremer Kongress für Sportmedizin dem Thema "Die Wirbelsäule im Leistungssport" gewidmet. Auf dem Tagungsprogramm standen insgesamt 12 Vorträge, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Thematik befassten:
So referierte K. Tittel über die funktionelle Anatomie der Wirbelsäule unter besonderer Berücksichtigung der sportmechanischen Belastungen. Über den aktuellen Stand in der operativen sowie konservativen Versorgung von Wirbelsäulenverletzungen informierte S. Larsen. Ch. Uhlemann berichtete über physiotherapeutische multimodale, ganzheitliche Strategien bei dysfunktionellen Rückenschmerzen. Der Aufbau und die Funktion des sensomotorischen Systems sowie verfügbare Ergebnisse der spinalen Sensomotorikforschung im Sport wurden von M. Fahle sowie S. Dalichau vorgestellt. Weitere Vorträge befassten sich im Rahmen von Seminaren mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. So sprach T. Möller über den Einsatz und die Aussagekraft von bildgebenden Verfahren in der Wirbelsäulendiagnostik. G. Fröhner demonstrierte zahlreiche Ergebnisse der Anthropometrie und Funktionsdiagnostik der Wirbelsäule bei Kindern und Jugendlichen im Sport. Auf die theoretischen Grundlagen für ein (Um-) Lernen als Konsequenz therapieresistenter Wirbelsäulenbeschwerden wurde von den Sportwissenschaftlern S. Panzer und D. Büsch aufmerksam gemacht. Die Sportwissenschaftler J. Buhlmann und B. Hellrung stellten etablierte und innovative Methoden des Rumpfmuskeltrainings in Sport und Therapie vor. U. Schlünz referierte anschließend über die Bedeutung des Aqualen Funktionstrainings in Prävention und Rehabilitation von Rückenbeschwerden im Leistungssport, ehe H. Wolken als Sportphysiotherapeut des DSB physikalische Maßnahmen bei Rückenbeschwerden im Sport in Theorie und Praxis vorstellte.
Diese Beiträge sowie der von M. Wandel, S. Dalichau und K. Schelle zur Bewegungsanalyse der Wirbelsäule beim Golfschwung sind im Konferenzband enthalten. Sie repräsentieren damit einerseits den Wissens- und Forschungsstand zu ausgewählten Aspekten diesen komplexen Themas und können gleichzeitig als Anregung für Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen dienen, auf dem Gebiet Forschungen durchzuführen.
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Butzbach-Griedel
Afra-Verlag
2004
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| Seiten: | 206 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |