Koordinative Wettkampfformen für Kinder und Jugendliche. Eine Ideen-Sammlung für Sportlehrer und Trainer
Mit der Konzeption der Reihe PRAXISideen ist untrennbar der Anspruch verbunden, die Lehr- und Trainingsfelder des Sporttreibens auf verschiedenen Alters-/Niveaustufen möglichst umfassend abzubilden. Wenn zu einem Thema wie der "Koordinationsschulung im Kindes- und Jugendalter" - nach dem Band 62 - quasi noch ein Nachfolgebuch erscheint, dann ist das so etwas wie eine Ausnahme von der PRAXISideen-Regel der "Abwechslung und Vielfalt".
Die beiden Hauptgründe für die Veröffentlichung eines zweiten Bandes zum Training der koordinativen Fähigkeiten liegen auf der Hand. Zum einen sind sich alle Experten einig, dass die Verbesserung der Gesamtkörperkoordination zu den bedeutendsten - vielleicht sogar allerwichtigsten - Aufgaben von Sportlehrern und Übungsleitern im Schulsport bzw. Anfänger-/Nachwuchstraining zählt. Zum anderen lässt der Band 62 mit seiner Schwerpunktsetzung auf Einzel-, Partner- und Gruppenübungen noch Raum für Ergänzungen und Erweiterungen. Dieser Raum wird - ganz im Sinne des zentralen Ballschul-Bausteins "Lücken erkennen" (Roth & Kröger, 2015) - im Kapitel 3 gezielt mit wettkampforientierten Übungs- und Spielformen gefüllt. Die Ordnung und Systematik der Beispielsammlung folgt dabei fünf Hauptkriterien: den jeweiligen koordinativen Druckbedingungen ( 1 ), den energetischen Anforderungen (2), der Anzahl der Mitspieler (3), den verwendeten Materialien (4) und der Größe des Spielfeldes (5). Zudem wird das Schwierigkeits-/Komplexitätsniveau der koordinativen Aufgaben durch ein Ampelsystem verdeutlicht. Insgesamt beinhaltet der Katalog 97 Wettkämpfe, für die etwa 200 Variationen angegeben werden. Der Praxisteil enthält somit Vorschläge und Anregungen, die als Basis für langfristige, mehrmonatige Unterrichts- und Trainingsprogramme herangezogen werden können.
Weniger "Raum und Luft" bleibt - gegenüber dem Band 62 - für neue oder andere sportwissenschaftliche Grundlegungen des allgemeinen Koordinationstrainings. Der "Theorieteil" fällt daher deutlich kürzer aus. Die nachfolgenden Ausführungen enthalten zum Teil Wiederholungen, aber durchaus auch einige Ergänzungen und punktuelle Vertiefungen.
Die Ausführungen zu begrifflichen und theoretischen Grundlagen der Koordinationsschulung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
• Koordinative Fähigkeiten sind bewegungsübergreifend einsetzbare Kompetenzen zur Steuerung und Regelung menschlicher Bewegungen. Sie bilden zusammen mit den konditionell-energetischen Leistungsvoraussetzungen die beiden Seiten der "motorischen Fähigkeitsmedaille".
• Das Koordinationstraining ist während des gesamten Schulalters ein wichtiger, entwicklungsgemäßer Bestandteil des Sportunterrichts und des disziplinspezifischen Grundlagentrainings.
• Die Annahme, dass Steuerungs- und Regelungsvorgänge generell fertigkeitsunabhängig verbessert werden können, ist nicht trivial, aber tief in unserem Denken verwurzelt. Das nährt die verbreitete Überzeugung, dass die Koordinationsschulung - quasi als Training der Trainierbarkeit oder der motorischen Lernfähigkeit - das Neulernen und Optimieren von Sporttechniken positiv beeinflusst. Zudem sind in einer Reihe von Studien positive Effekte auf andere Persönlichkeitsbereiche nachgewiesen worden.
• Welche koordinativen Fähigkeiten sind in der Kindheit und Jugend zu schulen? Für den Band 62 und dieses Buch hat Roth (2014) ein modifiziertes Strukturmodell entwickelt. Im Zentrum steht der Umgang mit Präzisionsdruck- und Zeitdruckanforderungen, dem alle weiteren koordinativen Aufgabenklassen "untergeordnet" werden.
• Was sind die Inhalte des Koordinationstrainings? Im Kapitel 3 erfolgt eine Schwerpunktlegung auf aufgaben- und wettkampforientierte Übungs-/Spielformen. Die entscheidenden Konstruktionsregeln folgen den Prinzipien der Neuartigkeit, der Vielseitigkeit und der Freudbetontheit.
• Wie funktioniert die Methodik des Koordinationstrainings? Das Grundrezept für das Koordinationstraining lautet: Man nehme eine Palette von einfachen, stabil beherrschten motorischen Fertigkeiten und führe die Übungen unter (erschwerenden) informationell-koordinativen Druckbedingungen durch (Präzisionsdruck, Zeitdruck, Komplexitätsanforderungen unter Präzisions- und/oder Zeitdruck, Organisationsanforderungen unter Präzisions- und/oder Zeitdruck, Variabilitätsanforderungen unter Präzisions- und/oder Zeitdruck).
• Mit den Kenntnissen - insbesondere zu den Zielen, Inhalten und Methoden der Koordinationsschulung - ist es problemlos möglich, variabel mit den Beispielübungen und -spielen umzugehen und den vorgegebenen Katalog selbst sinnvoll zu erweitern.
Inhalt
Kapitel 1
Begriffliche und theoretische Grundlagen der Koordinationsschulung
Einleitung
Begriffe und Definitionen
Fähigkeiten - Fertigkeiten
Koordinative Fähigkeiten
Ziele - die Frage nach dem "Wozu!"
Inhalte - die Frage nach dem "Was!"
Methoden - die Frage nach dem "Wie!"
Methodische Grundformel
Elementare motorische Fertigkeiten
Zusammenfassung
Kapitel 2
Systematik der koordinativen Wettkampfformen
Ordnungskriterien
Register
Zeichenlegende
Kapitel 3
Sammlung der koordinativen Wettkampfformen
Literatur
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | training science junior sports school sport |
| Language: | German |
| Published: |
Schorndorf
Hofmann Verlag
2016
|
| Series: | Praxisideen. Schriftenreihe für Bewegung, Spiel und Sport, 65 |
| Online Access: | http://www.sportfachbuch.de/index.php?cmd=show&typ=Buch&nr=2650 |
| Pages: | 128 |
| Document types: | book |
| Level: | intermediate |