Kinesiologisches Taping. Das Arbeitsbuch

Schon mit dem Einstieg in "ihr" KinesioTaping-Buch machen die beiden erfahrenen Therapeuten Olivia Lehner und Andreas Bökelberger deutlich, worum es ihnen sowohl in ihrer beruflichen Praxis als auch bei dieser Publikation geht: Sie wollen die Ursprünge dieses großartigen Therapiekonzepts in dessen Verbindung zwischen Physiologie und Materialkunde wieder in Erinnerung rufen und dazu auffordern, dem ursprünglichen, auf der Funktion der Haut als Reflexorgan und der Reizsetzung auf die Rezeptoren basierenden Konzept wieder das ihm zustehende Gehör zu verschaffen. Sie wollen aber nicht an dieser Stelle stehen bleiben, sondern sie bieten eine sinnvolle und effiziente Ergänzung an, in dem sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen zur Methode der Physioenergetik sowie ihre Erfahrungen mit dem kinesiologischen Testen vorstellen und anderen damit nutzbar machen. Ihr Verständnis von der Aktivierung von Selbstheilungs- und Regenerationsprozessen liegt den vorgestellten Anlagetechniken der Kinesiotapes, auch mit einem Blick auf die Unterschiede zu klassischen Tapes, zugrunde. Die Besonderheiten der Wirkung von KinesioTapes liegen in - einer Reduzierung von Schmerzen durch eine Stimulation von Sensoren in der Haut, - der Verbesserung der Mikrozirkulation im Gewebe, - der Korrektur von Lage und Funktion der Faszien, - der Wiederherstellung der muskulären Balance und - der Korrektor von Gelenkstellungen. Diese Verschiedenartigkeit der Wirkung ergibt sich aus den besonderen Möglichkeiten von KinesioTapes, entweder stabilisierend, entstauend, aktivierend, hemmend oder korrigierend oder in einer Kombination innerhalb eines nicht bewusst eingeschränkten normalen Bewegungsausmaßes zu wirken. Diese Wirkungen können außerdem noch bewusster genutzt werden, da es KinesioTapes in unterschiedlichen Farben gibt, mit denen ergänzende Wirkungen (wie kühlend oder wärmend) erzielt werden können. Der umfassende Praxisteil des Arbeitsbuchs beginnt mit der Darstellung des breiten Anwendungsspektrums von KinesioTapes für eine Vielzahl von Indikationen von muskulären Dysbalancen und Haltungsproblemen über einen pathologisch veränderten Bewegungsablauf bis hin zur Narbenbehandlung und der Schmerztherapie. Die Autoren verdeutlichen aber auch, dass KinesioTapes für eine Reihe von Indikationen nicht (wie bei offenen Wunden oder malignen Erkrankungen) oder nur bedingt (wie bei Diabetes oder bei Blutgerinnungsproblemen) eingesetzt werden können. Ganz im Sinne eines Handbuchs präsentiert das Buch die notwendigen vorbereitenden Handgriffe und praktische Tipps im Umgang mit den elastischen Tapes, beim Anlegen genauso wie beim schonenden Entfernen. Sie verdeutlichen, wie die Tapes grundsätzlich anzulegen sind (zum Beispiel, dass der Anfangspunkt des Streifens ohne Spannung angelegt wird) und erläutern die unterschiedlichen Formen der Anlage wie I-Streifen und Y-Streifen, X-Tape oder Fächer und Loch, Netz oder Gitter zur gezielten raumschaffenden Korrektur. Damit sind alle notwendigen Grundlagen gegeben, um sich in die Praxis des KinesioTapens zu "stürzen". Dafür haben die Autoren eine Untergliederung in neun Teilthemen vorgenommen: - Muskelanlage (für 41 Muskeln) - Faszienkorrektur (für Schulter, Knie und Oberschenkel) - Raum schaffende Korrektor (mit den drei Anlageformen Stern, Loch, Netz) - mechanische, funktionelle, Band- und Sehnenkorrektur - Lymphanlage (für die oberen und unteren Extremitäten) - Neuralanlage (für vier Nerven) - Narbentape - Gitterpflaster - Indikationsanlagen (für 28 Indikationen von Fersensporn und Hämatomen bis zum Muskelfaserriss und Sprunggelenkläsion). Das abschließende Kapitel präsentiert dann die Möglichkeiten des kinesiologischen Testens, um damit die Ursache von Störungen zu finden. Vorgestellt wird der Armlängenreflextest, mit dem Ungleichgewichte im Körper ermittelt werden können und von dem man sich Hinweise darauf erwartet, auf welcher Ebene (strukturell, chemisch, psychisch oder elektromagnetisch) das ursächliche Problem angesiedelt ist. Die Autoren richten den Fokus auf den strukturellen Bereich, das heißt den Test von Muskeln, Sehnen, Bändern, Faszien und Knochen in seinen nach einander ablaufenden Phasen - Kontrolle des AR-Tests - Therapielokalisiation, Provokation - Einspeichern der Stressreaktion bzw. der TL/Challenge - Auswahl der Farbe - Austesten der Tapeanlage - Austesten einer Band- und Sehnenkorrektur - Löschen der gespeicherten TL/Challenge.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Tagging:Faszien
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Bern Hogrefe Verlag 2015
Seiten:248
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel