Die Sportlerschulter. Diagnostik, Behandlungsmanagement, Rehabilitation
Das Schultergelenk ist das beweglichste Kugelgelenk des menschlichen Körpers mit einer kaum zu beschreibenden Vielfalt an Bewegungsaufgaben im Alltag, vor allem aber auch im sportlichen Training und Wettkampf. In sehr vielen Bewegungen in einer extrem großen Zahl von Sportarten sind Bewegungen unter Einbeziehung des Schultergelenks von außerordentlich großer Bedeutung für die Lösung von Bewegungsaufgaben. Und dabei sind diese Sportarten nicht auf bestimmte Sportartengruppen beschränkt - man denke nur an das Rudern oder den Skilanglauf in den Ausdauersportarten, das Boxen oder Ringen in Kampfsportarten, den Handball oder das Eishockey in den Spielsportarten, das Gewichtheben oder die Wurfdisziplinen der Leichtathletik in den Kraft-Schnellkraftsportarten oder das Gerätturnen und das Curling in den technischen Sportarten. Allein diese beispielhafte Aufzählung macht dabei auch die Anforderungen deutlich, die gerade an dieses Gelenk im Training und Wettkampf gestellt werden können. Man findet zyklische Ausdauerbelastungen genauso wie schnellkräftige Wurf- und Stoßbewegungen und feinmotorische Präzisionsaufgaben. Vergleichbare Aufgaben und Belastungen lassen sich aber mit Blick auf die Schulter auch außerhalb des Sports, im täglichen häuslichen, familiären oder beruflichen Alltag finden.
Angesichts der unterschiedlichen Bewegungsaufgaben ist das Schultergelenk auch sehr unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt, die zu Fehl- und Überlastungen wie auch zu Verletzungen und anderen Schäden führen können. Die Mannigfaltigkeit der Belastungen wie auch der Schadens-, Krankheits- und Verletzungsbilder hat national wie international dazu geführt, dass sich Orthopäden, Chirurgen und Sportmediziner sehr intensiv mit dem Schultergelenk befasst haben. Ziel sind sowohl die Entwicklung und Erhaltung einer sehr guten Belastbarkeit dieses "Multifunktionsgelenks" in allen Altersgruppen unabhängig vom körperlich-sportlichen Leistungsniveau als auch die verbesserte Prävention von Verletzungen und Schäden und letztlich die Entwicklung und Umsetzung effektiver therapeutischer Konzepte und Maßnahmen, um die Funktionalität und Belastbarkeit des Schultergelenks wieder herzustellen, wenn es zu medizinischen Problemen gekommen ist.
Anliegen der beiden Herausgeber und nicht weniger als 45 Autoren ist es, ein umfassendes Nachschlagewerk für Mediziner, aber auch Trainer und Trainingswissenschaftler zu präsentieren, in dem die Schulter sowohl aus funktionell-anatomischer Sicht als auch aus dem Blickwinkel
geeigneter und verfügbarer diagnostischer Verfahren und Untersuchungstechniken,
der besonderen Bedeutung lokaler Injektionen sowohl für die Diagnostik als auch der Therapie,
der Pathologie und geeigneter Operationen für häufig auftretende Schultergelenksverletzungen von Impingement über Läsionen und Rupturen der Rotatorenmanschette, Instabilitäten und Luxationen bis hin zu Frakturen und zur Forzen Schulter und gerade hier auch die Besonderheiten von traumatischen Ereignissen sowie Belastungs- und Überlastungsreaktionen im Kindes- und Jugendalter,
der Untersuchung von Muskelverletzungen des Schultergürtels und
von typischen und geeigneten Rehabilitations- und Präventionsmaßnahmen mit Blick, zum Beispiel auf die Trainingstherapie und den Aufbau eines sportartspezifischen Rehabilitationsprogramms von Schulterverletzungen und/oder -überlastungen
betrachtet wird. Ihnen war die Präsentation dieser grundlegenden wissenschaftlich-medizinischen Erkenntnisse und Erfahrungen aber nicht genug. Sie gingen einen wichtigen Schritt weiter, der für die tägliche medizinische Betreuung im Sport sehr bedeutsam ist. In 23 sportartspezifischen Beiträgen berichten Ärzte von Nationalmannschaften von ihren allgemeinen Erfahrungen in der jeweiligen Sportarte, von den spezifischen Beanspruchungen und Belastungen und typischen, immer wieder auftretenden Verletzungsmechanismen. Dabei gehen sie auch auf geeignete klinische Untersuchungsmöglichkeiten, auf typische Befunde und Therapie- bzw. Belastungsempfehlungen ein. Über QR-Code erhalten die Leser, bei Interesse an mehr Informationen, auch Zugang zu weiterführender Literatur.
Die präsentierten Sportarten sind
in Sportspielarten ohne Gegnerkontakt - Badminton, Volleyball, Beachvolleyball, Tennis, Tischtennis
in Spielsportarten mit Gegnerkontakt - Handball, Baseball, Basketball, Rugby
in Kampfsportarten - Boxen, Fechten, Taekwondo, Judo, Ringen
in Kraft- und Schnellkraftsportarten - Gewichtheben, Bodybuilding, Powerlifting, Strongman, leichathletische Wurfdisziplinen, Sportklettern
in technisch-akrobatischen Sportarten - Gerätturnen
in Ausdauersportarten - Schwimmen, Radsport, Kanufahren, Rudern,
und außerdem werden Schulterprobleme im Golfsport und Bogenschießen betrachtet.
Zu jeder der Sportarten werden die notwendigen medizinischen Grundlagen für das Verständnis der sportartspezifischen Wirkungsweise sowie die dabei entstehenden Belastungen und Beanspruchungen dargestellt. Daran schließt sich die Präsentation typischer medizinischer Probleme in der Sportart im Schulterbereich an sowie von Therapie- und Präventionskonzepten.
Ein umfassendes Kapitel zur Bedeutung der Scapula in der Rehabilitation mit deren unterschiedlichen Elementen bildet den Abschluss dieses Buches, was sowohl unter Sportmedizinern und Orthopäden als auch unter Sport- und Physiotherapeuten und Trainern und Übungsleitern seine Leserschaft finden wird.
© Copyright 2016 Veröffentlicht von Schattauer Verlagsgesellschaft mbH. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Stuttgart
Schattauer Verlagsgesellschaft mbH
2016
|
| Seiten: | 354 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |