Herzfrequenzvariabilität: Grundlagen - Methoden - Anwendungen
Die Herausgeber des Buches bezeichnen die Herzfrequenzvariabilität (kurz: HRV) als "die Funktionalität des vegetativen Nervensystems im Zusammenspiel mit zahlreichen kardiovaskulären, neuroendokrinen und humoralen Regelkreisen". Als Parameter des autonomen Nervensystems bezeichnet die HRV die Abweichung von Herzschlag zu Herzschlag bzw. die Fähigkeit eines Organismus, die Frequenz des Herzrhythmus zu verändern. Die HRV kann in verschiedenen Anwendungsfeldern "als evidenzbasierte diagnostische Kenngröße" genutzt werden.
Auch in der Sportmedizin wird die HRV seit einigen Jahren als ein neuer, zusätzlicher sportkardiologischer Parameter in der Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung eingesetzt. Dabei sind Trainingszustand und körperliche und psychische Belastung nur einige der zahlreichen Einflussgrößen auf die HRV, zu denen u. a. auch Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Körperlage, Atmung, individuelle Herzfrequenz (Genetik), Tageszeit, Temperatur oder bestimmte Erkrankungen gehören.
Um die HRV tatsächlich als diagnostische Kenngröße und Steuerelement nutzen zu können, bedarf es eines "fundierten Grundlagenwissens sowie vertiefter methodischer Kenntnisse". Diese zu vermitteln war eines der Anliegen des 6. Internationalen Symposiums zur Herzfrequenzvariabilität, das am 2. November 2013 in Halle (Saale) stattfand. Dort wurde ein Überblick über den aktuellen Stand und ausgewählte Themen der grundlagen- und anwendungsorientierten HRV-Forschung gegeben. In den 17 hier veröffentlichen Beiträgen geht es dabei sowohl um allgemeine physiologische Grundlagen und Zusammenhänge der HRV als auch um sportspezifische Bezüge. Die allgemeineren Beiträge befassen sich beispielsweise mit der HRV bei kritisch Kranken, bei Schlaganfall und schlaganfallassoziierten Infektionen, bei Patienten unter onkologischer Akuttherapie, bei Übergewicht und metabolischem Syndrom, im Rahmen eines Biofeedback-Trainings bei stressbelasteten Personen, bei jungen Frauen, bei Patienten mit Schizophrenien oder bei Belastung unter normobarer Hypoxie. In den sportbezogenen Beiträgen gehen die Autoren u. a. ein auf die individuelle Regenerationssteuerung im Sport mithilfe der HRV, die sportartspezifische Anpassung der HRV, die HRV im Radsport und bei Elite-Skilangläufern, bei statischer und dynamischer Belastung im Vergleich oder die morgendlichen HRV-Schwankungen infolge erhöhter Trainingsbelastungen bei freizeitsportlich orientierten Ausdauersportlern.
Die Autoren der Beiträge sind namhafte Mediziner und Sportwissenschaftler aus renommierten Kliniken, Universitäten und Instituten.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Czwalina-Verlag im Feldhaus-Verlag
2014
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| Schriftenreihe: | Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 233 |
| Seiten: | 150 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |