Leistungsasymmetrie zwischen rechter und linker Hand in Abhängigkeit manueller Erfahrungen
Für die Bestimmung der Bevorzugungshändigkeit mit Fragebögen werden Personen nach der Ausführungshand bei verschiedenen repräsentativen motorischen Aufgaben, z. B. Schreiben, Werfen usw. befragt. Konsistente Linkshänder und Rechtshänder geben hierbei an, alle Aufgaben mit derselben Hand zu realisieren. Entsprechend zeigen Personen mit der dominanten Hand bessere Leistungen als mit der nicht-dominanten Hand. Jedoch wird konstatiert, dass diese Leistungsasymmetrie durch konkrete manuelle Erfahrungen moderiert wird, da die Leistungsunterschiede aufgabenspezifisch divergieren (z. B. Peters & Ivanoff, 1999). Aus dieser Annahme kann geschlussfolgert werden, dass manuelle Leistungsunterschiede zwischen Linksund Rechtshändern insbesondere dann zu erwarten sind, wenn artifizielle Testaufgaben verwendet werden, wohingegen der Leistungsunterschied zwischen der dominanten und nicht-dominanten Hand nivelliert werden sollte, wenn z. B. Linkshänder eine motorische Aufgabe regelmäßig mit rechts realisieren. An der Untersuchung nahmen 30 Pbn (24 männlich und 6 weiblich) im Alter von 20 bis 27 Jahren (M = 24.03, SD = 1.69) teil. Mittels der deutschen Version des Edinburgh Handedness Inventory (Oldfield, 1971) können 20 Pbn als konsistente Rechts-(RH) und 10 Pbn als konsistente Linkshänder (LH) eingestuft werden, obwohl die LH die Computermaus bevorzugt mit der rechten Hand verwenden. Die Pbn absolvierten mit der linken und der rechten Hand in ausbalancierter Reihenfolge eine Stift-Positionierungsaufgabe (S-PA) und eine Cursor-Positionierungsaufgabe (C-PA), die beide als sequenzielle Zeitdruckaufgaben bezeichnet werden können. Die Pbn hatten It. Selbstauskunft umfangreiche motorische Erfahrungen mit der Computermaus, jedoch keine Erfahrungen mit den Anforderungen in der S-PA. Die 2-faktoriellen Varianzanalysen mit Messwiederholung bestätigen eine signifikante Interaktion sowohl zwischen dem C-PA und der Händigkeit, F(1, 28) = 34.87, p < .001, n² = .66, als auch zwischen dem S-PA und der Händigkeil, F(1, 28) = 50.09, p < .001, n² = .64. Bei der S-PA zeigen Rechts- und Linkshänder bessere Leistungen mit der dominanten Hand. Bei der C-PA trifft dies lediglich für die Rechtshänder zu. Die Leistungen der linken und rechten Hand unterscheiden sich bei den Linkshändern nicht. Die Ergebnisse bestätigen die Annahme, dass manuelle Leistungsunterschiede durch motorische Erfahrungen moderiert werden. Motorische Aufgaben, die mit einer Computermaus ausgeführt werden, erscheinen für die Differenzierung der Leistungshändigkeit ungeeignet, da auch Linkshänder die Computermaus bevorzugt mit der rechten Hand benutzen.
© Copyright 2007 SportStadtKultur. 18. Sportwissenschaftlicher Hochschultag der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft. Veröffentlicht von Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.
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| Notationen: | Trainingswissenschaft |
| Veröffentlicht in: | SportStadtKultur. 18. Sportwissenschaftlicher Hochschultag der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Czwalina
2007
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| Schriftenreihe: | Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 168 |
| Seiten: | 68-69 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |