Die Wirkung eines hochintensiven, intervallartigen Trainings auf die Leistungsfähigkeit bei Sprint-Dauerbelastung und auf die Regenerationfähigkeit

In dieser Studie wurden zwei unterschiedliche Trainingsformen in ihrer Wirkung auf die Dauerleistungs-, Sprint- und Regenerationsfähigkeit untersucht. Obwohl bei beiden Formen die gleiche mittlere Arbeit erbracht wurde, erwies sich die intervallartige Trainingsform als überlegen. Dauerleistungs- und Regenerationsfähigkeit waren stärker verbessert als bei der Dauermethode. Grundsätzlich sind die Anpassungen durch beide Trainingsmethoden ähnlich. Sie sind allerdings bei I größer. Die Vergrößerung des Blutvolumens (Schmidt, Böning, Maassen & Schneider, 1994, S. 27), die Absenkung des RQ und die tendenziell niedrigere Herzfrequenz lassen auf eine Zunahme der VO2max unter beiden Bedingungen schließen. Da die Dauerleistungszeit bei einer gegebenen Belastung im wesentlichen von der relativen Intensität bezogen auf die VO2max abhängt (Maassen, Schneider, Caspers & Busse, 1992, S. 511), könnte man vermuten, dass diese durch I stärker erhöht wird. Das würde auch mit den Befunden von (Dudley, Abraham & Terjung, 1982, S. 844) übereinstimmen, der eine stärkere Erhöhung der Cytochrome in den Mitochondrien bei intensivem Training gefunden hat. Die Trainingsintensitäten waren allerdings in der vorliegenden Untersuchung noch höher. Es waren Intensitäten und Belastungsdauern bei denen nach landläufiger Meinung der anaerobe Stoffwechsel besonders aktiv sein soll. Das gilt jedoch nur für einmalige Belastungen. Bei wiederholter, intensiver Belastung findet man einen hohen Anteil an oxidativer Energiebereitstellung. Sogar der Fettstoffwechsel steigt bei solchen Belastungen fast ähnlich stark an wie bei Dauerbelastungen (Essen, Hagenfeldt & Kaijser, 1977, S. 489; Stockmeier, 2003). Eine vermehrte Energiebereitstellung durch den oxidativen Stoffwechsel spielt auch bei den Verbesserungen in den Wingate-Tests eine wesentliche Rolle. Da die Laktatkonzentration in den Wingate-Tests nicht unterschiedlich ist, liegt es nahe, dass der Laktat-Stoffwechsel nicht unterschiedlich durch die beiden Trainingsmethoden beeinflusst wurde. Die Verbesserungen in den Wingate-Tests laufen parallel zur Erhöhung der Sauerstoffaufnahme während der Belastungen. Die Veränderungen sind auch hier bei I größer. Die stärke Erhöhung der Sauerstoffaufnahme im zweiten Test nach I zeigt, dass für die höhere Leistung nach einer vorangegangenen maximalen Belastung die oxidative Energiebereitstellung ausschlaggebend ist. Da Ausdauer- und Sprintleistung sowie die Regenrationsfähigkeit mit I besser trainiert werden, scheinen Trainingsformen wie I effektiver als Training für Spielsportarten zu sein. Sie sind aber auch sinnvoll für Ausdauersportarten. Das intervallartige Training wurde von den Probanden problemlos toleriert. Ein Radrennfahrer mit einem Trainingsumfang von 16 Stunden pro Woche hat durch die drei Stunden zusätzlich mit I seine Arbeitszeit bei 80% um 34% verbessert. Auch er hat diese Zusatzbelastung gut toleriert.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Veröffentlicht in:BISp Jahrbuch 2004
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Bonn Eigenverlag 2005
Seiten:141-147
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch