Lernen und Umlernen einer komplexen großmotorischen sportlichen Bewegungsfertigkeit
Im Sport, und dabei insbesondere im Nachwuchsleistungssport und Hochleistungssport, spielt die Erlernung, Festigung und Perfektionierung sporttechnischer Bewegungsabläufe (mit und ohne Sportgerät oder gegnerische Einwirkung) eine entscheidende Rolle für den sportlichen Erfolg. Die Anforderungen an erlernte Techniken können sich dabei im Zeitverlauf durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder die Weiterentwicklung von Sportgeräten ändern, was nach der erstmaligen Erlernung die Notwendigkeit des Umlernens entstehen lassen kann. Die sich aus dem Umlernen ergebenden Konsequenzen für die Gestaltung des Lern- und Trainingsprozesses sowie für die Leistungsfähigkeit sind Gegenstand der vorliegenden Untersuchung, für die 30 Probanden mehr als 10.000 Sprünge absolvierten. Die sporttechnische Ausführung der Übung (einbeiniger submaximaler vertikaler Sprung mit dem rechten Bein, wobei unter dem Schuh ein in seiner relativen Lage gegenüber dem Schuh veränderbares Brett angebracht wurde) war derart gestaltet, dass damit die Abdruckbewegung beim Eisschnelllauf simuliert werden sollte. Ein Teil der Probanden erlernte die Übung mit der vorderen Brettspitze 25 mm hinter der Fußspitze. Durch die Veränderung der Brettposition unter dem Schuh (auf gleicher Höhe zur Fußspitze) kam es zu einer erzwungenen Umlernsituation für diese Probanden. Andere Probanden absolvierten den Test ausschließlich mit dieser Brettposition.
Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigten:
- Lernen und Umlernen sind deutlich zu unterscheidende motorische Lernprozesse.
- Es traten sowohl Transfer- als auch Interferenzeffekte beim motorischen Umlernprozess auf, was trainingmethodische Konsequenzen erfordert, um positivem und negativem Transfer mit entsprechenden Interventionen zu begegnen.
- Die Umlernergruppe hatte nach Retentionsphasen ein geringeres Leistungsniveau, woraus sich Konsequenzen für das Zeitbudget ergeben, das für Umlernprozesse zu veranschlagen ist.
- Theoretisch stehen die Ergebnisse nahe den Positionen de sensumotorischen Lernens, während die Theoriepositionen der proaktiven Interferenz und der sensomotorischen Adaptation zumindest in Teilbereichen nicht mit den Untersuchungsergebnissen inÜbereinstimmung standen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Lengerich, Bwerlin, Bremen, Miami, Riga, Viernheim, Wien, Zagreb
Pabst
2004
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| Ausgabe: | Lengerich, Bwerlin, Bremen, Miami, Riga, Viernheim, Wien, Zagreb: Pabst Science Publ.: 2005.- 110 S. |
| Seiten: | 110 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |