Programming leg muscle activity in vertical jumps
(Die Programmierung der Beinmuskelaktivität bei vertikalen Sprüngen)
Untersucht wurde die Mehrgelenkskoordination der Beinmuskulatur bei vertikalen konzentrischen Sprüngen (Squatting jumps: SJ), bei Tiefsprüngen (deep drop jump: DDJ, free drop jump: FDJ und quick drop jump: QDJ) von verschiedenen Höhen (20, 40 bzw. 60 cm). Mit den Tiefsprüngen mit der größten Kniewinkelamplitude (DDJ) wurden die größten Sprunghöhen erreicht (36 - 39 cm). Bei den FDJs waren die Probanden genauso effektiv, wenn es ihnen gestattet wurde, über die Reaktionsamplitude des Sprungs selbst zu entscheiden. Signifikant war das Ergebnis, dass innerhalb der Tiefsprünge die schnellen Tiefsprünge (QDJ) am uneffektivsten und mit der niedrigsten Reaktionsamplitude waren (p<.05). Im Kontrast dazu lagen die Spitzenwerte der Maximalkraft dann am höchsten, wenn die Reaktionsamplitude am gerigsten war (p<.05). Eine Steigerung der Absprunghöhe hatte ähnliche Folgen. Der eingesetzte Test hatte weniger Einfluss auf die IEMG-Aktivität der Beinmuskeln. Das allgemeine Koordinationsmuster war ein sequentielle proximal-distale Kette der Spitzenwerte der maximalen Aktivität. Dieses Koordinationsmuster wurde am besten bei den SJ- und DDJ-Bedingungen modelliert. Bei den QDJ wurde das ZNS durch den harten Aufschlag gezwungen, die Maxima der größten Aktivität der Beinstrecker hin zum Aufschlag zu verschieben, wodurch sich der Charakter der IEMG-Aktivitätskurve verschob (p<.05). Als Folge veränderte die konzentrierte Muskelaktivität das sequentielle Muster der Oberschenkelmuskulatur hin zu einem simultanen. Die sequentielle Reihenfolge zwischen Oberschenkel- und Unterschenkelstreckern blieb stets erhalten, was auf die unterschiedliche Kopplungszeit der Wadenmuskulatur zurückzuführen ist. Bei den FDJ nutzten die Probanden einerseits das sequentielle Koordinationsmuster, andererseits nutzten sie auch die exzentrischen Potentiale, die für QDJ typisch sind. Unterschiedliche Abprunghöhen hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Muster der IEMG-Aktivität. Während der gesamten Kontaktphase wurde der Sprung entsprechend der unterschiedlichen Testbedingungen durch das proportional hohe Aktivitätsniveau der Kraftkopplung, der Zweigelenks-RF. und SM-Muskeln koordiniert. Die Ergebnisse führen zu dem Schluss, dass das ZNS bei vertikalen Sprüngen ein adäquates Muskelaktivitätsprogramm entwickelt und programmiert, was sich flexibel den unterschiedlichen Sprungbedingungen anpasst. Dieses erlernte, automatische Programm (Fertigkeitsreflex/FDJ) tendiert dazu, vertikale Sprünge mit einer hohen Reaktionsamplitude, mit einer langanhaltenden Kraftentwicklug und mit dem Vorteil der IEMG-Potenzierung und Muskelsteifheit auszuführen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft Kraft-Schnellkraft-Sportarten |
| Veröffentlicht in: | Coaching & Sport Science Journal |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
Rom
1997
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| Jahrgang: | 2 |
| Heft: | 3 |
| Seiten: | 17-28 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |