Training and overtraining: An overview and experimental results in endurance sports
(Training und Übertraining: Übersicht und experimentelle Daten aus den Ausdauersportarten)
Übertraining wird definiert als Wiederhertellungs-Dysbalance nach Training bzw. Wettkampf mit den Folgen Glykogenmangel, Störung des katabol-anabolen Gleichgewichts, neuroendokrines Unleichgewicht, Aminosäurendysbalance sowie autonome Dysbalance. Zusätzliche Risikofaktoren für das Auftreten des Übertrainingssyndroms sind weitere Streßfaktoren außerhalb des Trainings sowie Monotonie im Training. Kurzzeitiges Übertraining wird als Overreaching bezeichnet und ist eine normale Erscheinung im sportlichen Trainingsprozeß. Davon zu unterscheiden ist das Langzeit-Übertraining, das zu einem Burnoutzustand (Ermüdung, Übertrainingszustand) führen kann. Ständige Überforderung, ständige Ermüdung, verändertes Befinden, erhöhte Infektanfälligkeit sowie eine Unterdrückung der reproduktiven Funktionen wurden als Schlüsselelemente des Übertrainingssyndroms beschrieben. Ein erhöhtes Übertrainingsrisiko besteht nach etwa dreiwöchigem intensivem, langen Ausdauertraining auf hohem Belastungsniveau. Hohe Trainingsbelastungen werden offensichtlich innerhalb extensiver Zeiträume toleriert, wenn die Sportler pro Woche einen Ergholungstag einlegen sowie alternierend harte und leichte Trainingstage wechseln. Ständige Überforderung bzw. die Unmöglichkeit, die erwarteten Leistungen zu erbringen sowie die starke Ermüdung könnten abhängig sein von der beeinträchtigten oder geschwächten Übertragung ergotrophischer (kataboler) Signale zum Zielorgan, mit z.B.
(1) Verminderung der neuromuskulären Reizbarkeit,
(2) Verminderung der alpha-motoneuronen Aktivität (hypothetisch),
(3) Verringerung der adrenalinen Senitivität bezüglich ACTH (Kortisolfreisetzung) sowie der Erhöhung der pituitären Empfindlichkeit auf GHRH (GH-Freisetzung) mit dem Ergebnis einer gegenregulativen Verschiebung zu einer mehr anabolen endokrinen Empfindlichkeit,
(4) Verringerung der Beta-Adrenorezeptorendichte (Empfindlichkeit auf Katecholamine),
(5) Verringerung der intrinsischen sympathetischen Aktivität und
(6) intrazelluläre Schutzmechanismen, z.B. verstärkte Synthese von Hitzeschock-Proteinen (HSP 70) stellen eine komplexe Strategie gegen überlastungsabhängigen Zellschädigungen dar.
© Copyright 1997 The Journal of Sports Medicine and Physical Fitness. Edizioni Minerva Medica. Alle Rechte vorbehalten.
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | The Journal of Sports Medicine and Physical Fitness |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
1997
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| Ausgabe: | Torino 37(1997)1, S. 7-17, 12 Abb., 51 Lit. |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |