Speed in the horizontal jumps: Muscular properties or cognitive treatment?
(Die Schnelligkeit in den horizontalen Sprüngen: Muskuläre Eigenschaft oder kognitive Handlung)
Beitrag wurde gehalten im Rahmen des XX. Kongresses der Europäischen Leichtathletik-Trainer-Vereinigung "Die Rolle der Schnelligkeit in der Leichtathletik" in Rom vom 6.-7. Januar 1996.
Die Geschwindigkeit in der Endphase des Anlaufs beeinflußt die Sprungleistungf in den leichtathletischen Weitsprungdisziplinen in hohem Maße.
Früher wurden die Sportler dazu angehalten, auf einen gleicchförmigen Anlauf mit feststehender Schrittlänge anzueignen. Beobachtungen in der wetkampfpraxis haben jedoch gezteigt, daß Weltklassespringer heute andere Anlaufmuster praktizieren.
Verf. möchte aufzeigen, daß Spitzensportler der leichtathletischen Weitsprungdisziplinen tatsächlich ihren Anlauf in der Endphase durch visuelle, kognitive und propriozeptive Informationen modifizieren, und daß dieser Prozeß von großem Einfluß auf die Variabilität der Sprungweiten ist.
Tab. 1:
Charakteristik der an der Studie b beteiligten Sportler
Tab. 2:
Variabilität der letzten Anlaufschritte bei den Sportlern der Studie 2
Abb. 1:
Variation der Geschwindigkeit auf den letzten vier Schritten bei Weitspringerinnen
Tab. 3:
Schrittlängen im Anlauf für den Weitsprung
Tab. 4:
Weite der Flugphase der Anlaufschritte im Weitsprung
Abb. 2:
Variationen in der Regelmäßigkeit der letzten sechs Anlaufschritte
Schlußfolgerungen aus den Untersuchungen:
Die Untersuchungen machten deutlich, daß auf allen Ebenen technischer Leistungsfähigkeit eine hohe intraindividuelle Leistungsvariabilität besteht. Diese Variabilität unterscheidet sich in ihrer Ausgeprägtheit wiederum von Sportler zu Sportler und steht in Zusammenhang zu unterschiedlichen Anlaufmethoden, was die Länge, den Geschwindigkeitsverlauf sowie die Schrittfrequenz anbetrifft, die mit dem Einfluß unterschiedlicher Typen von Informationen über die Sensorkanäle zusammenhängt. Die Sportler mit den besten Leistungen / weitesten Sprüngen scheinen früher mit der kognitiven Anlaufgestaltung zu beginnen (aber: große individuelle Unterschiede!). Auch propriorezeptive sowie visuelle Informationen scheinen eine Rolle zu spielen. Es scheint so, daß der kognitive Weg nicht so sehr von der individuellen Leistungsafähigkeit abhängt, als vielmehr von den spezifischen Charakteristika des Sportlers. Es sollten daher weitere Untersuchungen durchgeführt werden, die die intraindividuellen Merkamle analysieren.
Die Untersuchungen haben bestätigt, daß es nicht angebracht ist, Sportlern einen festen, starren Anlaufrhythmus anzutrainieren, da dieser im Widerspruch zur Praxis stünde. Hochleistungsfähige Springer sind besser in der Lage, den perzeptiven Aspekt der Anlaufgestaltung umzusetzen. Visuelles Feedback spielt den Untersuchungsergebnissen und praktischen Analysen zufolge eine wesentliche Rolle in der Geschwindigkeitssteuerung während des Anlaufs. Das Training der Anlaufgeschwindigkeit sollte daher sehr zielorientiert und unter wettkampfnahen Bedingungen erfolgen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Kraft-Schnellkraft-Sportarten |
| Veröffentlicht in: | New Studies in Athletics |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
1996
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| Ausgabe: | Monaco 11(1996)2-3, S. 127-132, 2 Abb., 3 Tab., 5 Lit. |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |