Physical characteristics as risk factors for sports injuries: A four year prospective study
(Physische Merkmale als Risikofaktoren für Sportverletzungen: Eine prospektive Studie über 4 Jahre)
Ziel der Untersuchung war, den Einfluß von Flexibilität, anthropometrischen Merkmalen und Fehlstellung der unteren Extremitäten auf das Risiko des von Sportverletzungen zu ermitteln. 136 Sportstudenten wurden während ihrer 4jährigen Ausbildung verfolgt. Zu Beginn des Studiums wurden 16 Flexibilitätsparameter, 4 anthropometrische Merkmale und 5 Fehlstellungsindizes der unteren Extremitäten bewertet, und alle Sportverletzungen wurden über die 4 Jahre erfaßt.
Ergebnisse: Es konnte kein Einfluß der Flexibilität oder anthropometrischen Variablen auf die Gesamtzahl der Verletzungen oder die Zahl der verschiedenen spezifischen Verletzungen (Fußgelenkverstauchung, Muskelruptur, Dislokation, Schienbeinschiene, Rückenschmerzen) festgestellt werden. Die Fehlstellungen der unteren Extremitäten (durchschnittl. 18% und nur kleine Abweichungen)zeigten gewisse, jedoch inkontinente Beziehungen mit der Anzahl der (spezifischen) Verletzungen. Beim Beckenschiefstand war sie positiv, bei der Fehlstellung des Hinterfußes und einen devianten Fußabdruck scheinbar jedoch negativ. Beinlängenungleichheit und Fehlstellung der Knie hatten keinen Bezug zu den Verletzungen.
Beweglichkeit, Fehlstellungen und anthropometrische Merkmale in Bezug zu Verletzungen
Zur Bestimmung der Einflüsse von Beweglichkeit, Fehlstellungen und anthropmetrischen Merkmalen auf die Anzahl der Verletzungen wurden die betroffenen Probanden in 2 Verletzungsgruppen eingeteilt: Probanden mit wenig (3 oder weiger, n=70) und mi vielen Verletzungen (4 bis 15,n=65). Für jeden Beweglichkeitsindex wurde mittels chi-Quadrat-Test bestimmt, ob der Anteil der Probanden mit vielen Verletzungen der gleiche wie bei den in "dicht", "durchschnittlich" und "vereinzelt" kategorisierten Probanden war. Für die 16 Beweglichkeitsmerkmale wurden keine signifikanten Unterschiede gefunden. Mittels t-Test wurden Höhe, Gewicht, Anteil Körperfett und BMI zwischen den zwei Verletzungsgruppen verglichen. Wiederum wurden keine sign. Unterschiede ermittelt. Für die Fehlstellungsmerkmale wurde ein Vergleich der Probanden mit einer spezifischen Fehlstellung zwischen beiden Veletzungsgruppen durchgeführt. Beckenschiefstand trat bei Probanden mit vielen Verletzungen häufiger auf (17% zu 6%, p<0.05), abnorme Stellung des Hinterfußes dagegen bei Probanden mit wenig Verletzungen (rechts: 12% zu 30%, p<0.05; links: 14% zu 24%).
Da die Art der ermittelten Verletzungen beträchlich variierte, wurden Untergruppen von Verletzungen mit relativ hohen Inzidenzraten separat analysiert. Für die Beweglichkeitsmerkmale wurden akute verletzungen, Überlastungsvrletzungen und Fußgelenksverstauchungen berücksichtigt. Zwischen Probanden mit diesen Verletzungen und ohne diese Verletzungen wurde ein Unterschied gemacht. Eine oder mehrere akute Verletzungen wurden bei 46%, Überlastungsverletzungen bei 58% und Verstauchungen bei 55% der Probanden ermittelt. Kein Unterschied bestand in der Gesamtbeweglichkeit zwischen den jeweiligen Untergruppen von akuten und Überlastungsverletzungen, noch in den Beweglichkeitsmerkmalen des Fußgelenkes und Fußes zwischen den Probanden mit und ohne Fußgelenksverstauchung. Zwischen den Untergruppen mit und ohne akute bzw.Übelastungsverletzungen wurden Höhe, Gewicht, Körperfettanteil und BMI vergichen.Wiederum wurden keine sign.Unterschiede gefunden. Um den Einfluß von Fehlstellung der unteren Extremitäten auf Überlastungsverletzungen der unteren Extremitäten (43% der Probanden), auf Rückenschmerz (22%) und Schienbeinsplits (18%) zu analysieren, wurde ein chi-Quadrat-Test benutzt. Beckenschiefstand trat häufiger bei Probanden mit Überlastungsverletzungen der unteren Extremitäten (18 zu 2%), Rückenschmerz (24 zu 8%) und Schienbeinsplits (23 zu 8%) auf. Fehlstellung des linken Hinterfußes wurde weniger häufiger bei Probanden mit einer oder mehr Überlastungsverletzungen des gleichen Beines ermittelt (10 zu 26%). Dieses Verhältnis war jedoch auf der rechten Seite nicht signifikant (17 zu 25%). Ein devianter rechter Fußabdruck wurde weniger häufig bei Probanden mit einer oder mehr Schienbeinsplits des gleichen Beines (8 zu 28%), jedoch nicht linksseitig (17 zu 19%) ermittelt.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Veröffentlicht in: | International Journal of Sports Medicine |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
1997
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| Ausgabe: | Stuttgart 18(1997)1, S. 66 - 71, 1 Abb., 4 Tab., 32 Lit. |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |