Integration of the physiological factors determining endurance performance ability
(Integration von physiologischen Faktoren, die die Ausdauerleistungsfähigkeit bestimmen)
Es wird ein Modell von physiologischen Faktoren, die die Ausdauerleistungsfähigkeit im Sport bestimmen, vorgestellt. Ziel ist, die vielen physiologischen Variablen, die mit der Ausdauerleistungsfähigkeit individuell korrelieren, zu einem verständlichem Modell zusammenzuführen. Grundlage des Modells sind 8 Untersuchungen des Autors und seiner Mitarbeiter, die im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte durchgeführt wurden.
Das Modell, das ausführlich beschrieben wird, beinhaltet:
1. Leistungsfähigkeiten: Geschwindigkeit (Performance velocity), Bewegungswiderstand, Kraft (Performance power), VO2 (Performance VO2).
2. Funktionelle Fähigkeiten: Laktatschwelle/Kraft oder Geschwindigkeit, Laktatschwelle/VO2, Bewegungsökonomie, mechanische Gesamteffizienz, maximaler Sauerstoffverbrauch.
3. Morphologische Komponenten:Muskelkapillardichte, Schlagvolumen, aerobe Enzymaktivität, Verteilung von Kraftleistung und Technik, Muskelfasertyp/Aufbau oder %Typ 1.
Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse: Seit langem ist bekannt, daß die Blutlaktatschwelle (LT VO2) den Grad von muskulärem Stress, Glykogenabbau und Ermüdung anzeigt. Es war jedoch nicht klar, ob die Laktatakkumulation ein Ergebnis der kardiovaskulären Grenzen im Zusammenhang mit der Sauerstofffreisetzung ist. Es wurden zwei Untersuchungen durchgeführt um zu ermittelt, ob die LT VO2 eng mit der VO2max gekoppelt ist. Festgestellt wurde, daß die Varianz in der LT VO2 zur VO2max in Beziehung steht. Leistungsverbesserungen nach 2-3jährigem intensiven Training jedoch mit Verbesserungen in der LV VO2 assoziieren, während die VO2max im allgemeinen sehr wenig ansteigt.
Weiter wurde bei Abtraining eine Abnahme der LTVO2 und der aeroben Enzymaktivität festgestellt. Neu war das Ergebnis, daß Radsportler mit einer hohen LT VO2 ca. 20% mehr Muskelmasse bei der gleichen absoluten Belastungshöhe und %VO2max einsetzten, als Probanden mit einer niedrigen LT VO2.Die aktive Muskelmasse wurde durch Vergleich des Gesamtkörper-Kohlenhydratstoffwechsels mit dem eines belasteten Muskels berechnet. Ein weiteres neues Untersuchungsergebnis war, daß Ökonomie und mechanische Gesamteffizienz hoch mit dem Anteil (%) von Muskelfasern Typ 1 korrelierten, zumindest beim Radfahren mit einer Tretfrequenz von 80/min. So zeigten Radsportler mit 73% Typ 1 Fasern 9% mehr Kraft (Performance power)im Vergleich mit Radsportlern mit 48% Anteil, ungeachtet dessen, daß LT VO2 und VO2 (Performance VO2) gleich waren.
Die Validierung des Modells ergab, daß 92-96% der Varianz in den drei Leistungsfähigkeiten den funktionellen Fähigkeiten zuzuschreiben ist.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | Exercise and Sport Sciences Reviews |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
1995
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| Ausgabe: | Baltimore: Williams & Wilkins, 1995. - S. 25 - 63: 11 Abb., 4 Tab., 67 Lit. (American College of Sports Medicine Series; 23) |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch mittel |