Mehr Muskeln, weniger Fett. Hochintensives Cardio-Krafttraining - der schnellste Weg zum perfekten Body
In den letzten Jahren ist die Diskussion über den Stellenwert und die Auswirkungen von Konzepten mit hochintensiven Trainingseinheiten (gerne auch im Vergleich mit traditionellen, zeitlich langen Einheiten) für die Entwicklung von Kraft und Ausdauer schrittweise intensiviert worden.
Im Spitzensport mit nur noch wenigen Möglichkeiten der Erweiterung des Trainingsumfangs wird diskutiert, ob damit neue, leistungswirksame Trainingsreize gesetzt werden können. Allerdings gibt es gerade zum hochintensiven Training (HIT) nur wenige aussagefähige Untersuchungen zu dessen Wirkung bei Leistungssportlern, die von seit längerem bekannten und eingesetzten Trainingskonzepten mit einer Kombination der Belastungsintensitäten (darunter natürlich auch hochintensiven Trainingseinheiten) grundsätzlich abweichen.
Ein Einsatz hochintensiver Trainingseinheiten im Fitness- und Gesundheitssport ist bisher nicht so typisch gewesen. Die Befürworter erhoffen sich für die Trainierenden, dass sie die auch hier nur begrenzt zur Verfügung stehende Trainingszeit effektiver und mit einem besseren Trainingseffekt nutzen können. Hierzu gibt es eine zunehmende Zahl von Studien mit unterschiedlichen, nicht-leistungssportlichen Probandengruppen, die von signifikanten Effekten berichten. Gerade im Fitness- und Gesundheitssport geht es dabei nicht nur um die Verbesserung der allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit, sondern auch um die Regulation des Körpergewichts.
Insgesamt besitzt die Formel "mit weniger Training mehr Wirkungen" zu erzielen eigentlich in allen Bereichen des Sports eine gewisse Magie.
Das von Robert dos Remedios vorgestellte Konzept seines hochintensiven Cardio-Krafttrainings wendet sich primär an Trainierende, die mit einem gezielten Intervalltraining ihre Fitness verbessern wollen. Dazu greift er auf das in Japan entwickelte Konzept der Tabata-Intervalle zurück, das auf einen Wechsel von Belastungs- und Wiederherstellungsphasen im zeitlichen Verhältnis von 2:1 setzt (20 Sekunden Belastung : 10 Sekunden Pause und das in 20-Minuten-Workouts). Ziel ist es, sowohl ein Muskelaufbautraining anzubieten, mit dem auch die Fettverbrennung angeregt und intensiviert wird.
Das Buch will und kann ein Ratgeber sein, wie Einsteiger und Trainierte das Konzept für sich selbst einsetzen können. Dazu werden insgesamt fünf sog. Trainingskomplexe sowohl mit ihren übergreifenden Zielen als auch mit dafür geeigneten Übungen vorgestellt.
Der Komplex I für Einsteiger führt Anfänger an Gewichte, Bewegungstechniken, Belastungsintensitäten heran, nutzt dafür als Trainingsgeräte Langhanteln, Kurzhanteln und Kettlebells.
Im Komplex II für Einsteiger wird die Zahl der Übungen erhöht und werden die Bewegungen vielfältiger und auch komplexer.
Im Trainingskomplex für Trainierte erhöht sich die Belastungsintensität pro Satz noch einmal signifikant, werden Lasten bis zu 900 kg pro Satz bewegt. Im sich anschließenden Komplex für Fortgeschrittene wird die Gesamtlast pro Satz in den Mittelpunkt gestellt. Dabei können die Trainierenden aber auch an ihre körperlichen Grenzen stoßen. Der abschließende sog. Volumenkomplex wendet sich an Einsteiger, Trainierte und Fortgeschrittene gleichzeitig und soll sichern, dass die gewünschte "Überlastung" durch regelmäßige und zielgerichtete Veränderungen des Trainingsumfangs und der bewegten Gewichte bei gleichzeitiger Anpassung der Pausen tatsächlich eintritt.
Der Leser findet dazu eine Vielzahl von Übungen, aus denen die komplexen Trainingsprogramme von jeweils 12 Wochen zusammengestellt werden. Sehr praktisch sind auch die Trainingsprotokolle für die einzelnen Trainingsprogramme, die sich am Ende des Buchs befinden, mit denen jede/r Trainierende sehr genau verfolgen kann, wie es ihr/ihm gelingt, die Trainingsziele zu erreichen.
Für eine nachhaltige Wirkung des Trainings mit Blick auf die Regulation des Körpergewichts empfiehlt der Autor auch eine entsprechende Umstellung von Ernährungsgewohnheiten. Dazu stellt einen Ernährungsplan vor, der einerseits speziell auf die intensiven Trainingsbelastungen abgestimmt ist, der aber auch für "den Rest des Tages" Tipps und Richtlinien liefert. So orientiert dos Remedios auf 5-6 Mahlzeiten täglich, fordert die Zuckerreduzierung und die Einnahme von mageren Proteinen, will einen verstärkten Verzehr von Obst und Gemüse fördern und die Trainierenden dafür gewinnen, stärkehaltige Nahrungsmittel nur nach dem Training oder als erste Mahlzeit am Morgen zu sich zu nehmen. Dem Charakter eines Praxisratgebers entsprechend (und mit Erfahrungen ausgestattet, wie hochintensive Trainingseinheiten wirken können), findet der Leser auch Antworten auf die Frage, wie gehe ich mit Übelkeit um, die durch das Training entstehen kann.
© Copyright 2012 Veröffentlicht von riva Verlag. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Trainingswissenschaft Freizeitsport |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
München
riva Verlag
2012
|
| Ausgabe: | München: riva Verlag, 2012.- 260 S. |
| Seiten: | 260 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |