Praxishandbuch funktionelles Training
Das funktionelle Training konditioneller und koordinativer Aufgaben hat in den letzten Jahrzehnten sowohl unter Anleitung als auch als eigenständiges Üben eine spürbar größere Verbreitung gefunden. Das ist darauf zurückzuführen, dass einerseits sehr vielfältige sportliche Angebote durch Sportvereine unterbreitet werden, andererseits ein solches Training auch seinen Platz sowohl in physiotherapeutischen Praxen als auch in privaten Fitnessstudios gefunden hat. Es wird von allen Altersklassen gerne angenommen, wenn es den individuellen Möglichkeiten und Zielen entspricht und die erhofften Fortschritte erlebbar sind.
Funktionelles Training im Gesundheits- und Rehabilitationssport soll durch den von ihm gesetzten Belastungsreiz wirken - entweder präventiv oder therapeutisch. Dazu müssen die Übungsleiter oder Therapeuten verstehen, wie diese Reize im menschlichen Körper wirken, wie die verschiedenen muskulären und Bindegewebsstrukturen funktionieren und wie diese trainiert werden können. Eine der Herausforderungen besteht in der Umsetzung dieses Wissens in praktisches Training darin, mehrachsige oder mehrdimensionale Bewegungsaufgaben zu formulieren, die dem "normalen" Bewegungsalltag entsprechen oder ihm nahekommen, ohne dass damit gesundheitliche bzw. Verletzungsrisiken verbunden sind. Dazu ist eine wohl durchdachte Übungsauswahl wichtig, um sowohl die muskuläre Funktion anzusprechen und zu trainieren, andererseits damit aber auch das Training der ausgewählten konditionellen Fähigkeiten nicht zu vernachlässigen. Das Setzen entsprechender sensomotorischer und propriozeptiver Reize ist eine der entscheidenden Aufgaben, die im Gesundheits- und Rehabilitationstraining zu erfüllen ist.
Für das Training kann sehr gut das eigene Körpergewicht genutzt werden, gerne kann auch mit einem Partner trainiert werden. Auch einfache Trainings- bzw. Sportgeräte wie ein Seilzug, ein Pezziball, das Theraband oder freie Kurzhanteln eignen sich sehr gut, um mehrachsige Bewegungen in ein Trainingsprogramm zu integrieren. Auch weitere, einfache und von Dirk Ehrhardt vorgestellte Therapiegeräte und mit ihnen mögliche Bewegungsaufgaben wie ein Multiroll oder ein Kippelbrett erfüllen sehr gut die Anforderungen, um ein effektives funktionelles Training anbieten zu können.
Im Buch werden viele interessante, neue Ideen bzw. Übungen für ein funktionelles Training vorgestellt, die genau diesen Anforderungen entsprechen und die so zusammengestellt und präsentiert werden, dass sie von Übungsleitern und Therapeuten sehr gut für die Trainingsplanung genutzt werden können. Die mehr als 400 Übungen konzentrieren sich in ihren Bewegungsaufgaben auf funktionelle Übungen mit den vier genannten Trainingsgeräten. Dabei wird ein inhaltlicher Schwerpunkt auf das Training von jeweils einem Muskel bzw. einer Muskelgruppe gelegt. Diese werden in ihrer Anatomie, ihrem Ursprung, Ansatz sowie ihren Funktionen kurz vorgestellt, bevor die Bewegungsausführung erklärt wird. Dabei werden die Eckpunkte der Bewegung herausgehoben und auch fotografisch illustriert, werden typische Fehler oder Bewegungsungenauigkeiten und deren Vermeidung erläutert. Vorschläge für eine Steigerung der Trainingsintensität, um schneller oder besser zum gewünschten Trainingsziel zu gelangen, ergänzen das praktische Übungsangebot. Abgerundet wird dieses Praxisbuch mit Nachschlagecharakter durch die Zusammenstellung von Trainingsprogrammen für häufig auftretende medizinische Indikationen vom Impingement-Syndrom und der Schultergelenksluxation über Bandscheibenbeschwerden und Patellaluxationen bis hin zu Kreuzbandrupturen, Störungen der Achillessehne und Sprunggelenkdistorsionen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Stuttgart
Thieme
2012
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| Ausgabe: | Stuttgart: Thieme, 2012.- 393 S. |
| Seiten: | 393 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |