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Waldeyer Anatomie des Menschen

Die Anatomie versteht sich von jeher als naturwissenschaftlich orientierte Wissenschaftsdisziplin, in die sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Erfahrungen und Empfehlungen einfließen und verarbeitet werden. Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven machen die Anatomie auch für den (Sport)Ärzte, Physiotherapeuten, Trainer und Sportlehrer interessant und wichtig, die sich mit der Planung und Realisierung von Prozessen des körperlichen Trainings und Wettkampfs befassen. Um das erfolgreich tun zu können, bedarf es in diesen Berufen eines umfassenden, interdisziplinären Wissens, um Training in verschiedenen Altersgruppen, für Trainierende mit unterschiedlichem sportlichen Leistungsniveau oder auch für Trainierende, die nach einer Krankheit oder Verletzung ein regelmäßiges sportliches Training wieder aufnehmen, planen und durchführen zu können. Dass hier die Anatomie (als eigenständige Disziplin, aber auch in ihren vielfältigen Beziehungen zur Biochemie oder Physiologie) eine sehr wichtige Bedeutung gerade auch für den Sport besitzt, ist seit Jahren anerkanntes Allgemeingut. Sich diese Wissensbestände anzueignen, ist aber eine vielfach erlebte Herausforderung gerade in den Berufsgruppen und Tätigkeitsfeldern, in denen medizinische Themen allgemein und anatomische im Besonderen zwar wichtig sind, aber nicht unbedingt zu den Kernbereichen der akademischen Ausbildung oder der durch Organisationen wie Sportverbänden betriebenen Aus- und Weiterbildung von ehrenamtlichen Trainern und/oder Übungsleitern zählen. Gleiches gilt dann, wenn die Ausbildung abgeschlossen ist, und anatomisches Wissen nicht tagtäglich, aber immer wieder bedeutsam ist, um Einschätzungen zu Patienten oder auch Trainierenden vorzunehmen. Insofern bedarf es entsprechender Hilfsmittel, um die Lernenden und Studierenden in geeigneter Form zu unterstützen, diese Aufgabe auf einer soliden wissenschaftlichen Grundlage erfüllen zu können. Mit dem inzwischen in der 18. Auflage vorliegenden Buch wird der erfolgreiche Versuch unternommen, insbesondere denen ein Lehrbuch und Nachschlagewerk an die Hand zu geben, die sich im Rahmen einer akademischen Ausbildung mit der Anatomie des Menschen befassen. Die Besonderheit der Anatomie nach Waldeyer liegt in ihrer engen Verknüpfung des Lehrbuchcharakters mit der (photo)graphischen Präsentation komplexen und komplizierten anatomischen Wissens (als eine Art anatomischer Atlas). Damit werden wichtige anatomische Strukturen deutlich erkennbarer und erlebbarer, können diese in die zugrunde liegenden und begleitenden wissenschaftlich-anatomischen Erkenntnisse eingebettet und erklärt werden. Dies geschieht auf den mehr als 1.300 Seiten im Waldeyer in äußerst umfassender Weise. Die ersten drei Kapitel dienen zur wissenschaftlichen Einordnung der Anatomie in den Kanon medizinischer Disziplinen. Die anatomischen Gegenstandsbereiche werden geklärt, der Bauplans des menschlichen Körpers mit den Schwerpunkten Bewegungsapparat, Herz-Kreislauf-System, Blut, Immunabwehr und Nervensystem wird vorgestellt und die embryonale Entwicklung ab der Keimzellenbildung wird erläutert. 1. Gegenstand und Arbeitsgebiete der Anatomie - Orientierung am menschlichen Körper 2. Allgemeine Anatomie 3. Allgemeine Embryologie In der sich anschließenden Behandlung der verschiedenen Körperregionen werden vielfach allgemein anatomisch-topographische Betrachtungen und eine systematische Einordnung der behandelten Strukturen vorangestellt, was wiederum die Verständlichkeit eines fachlich anspruchsvollen Wissensbestands fördert. Auf diese Weise wird in die jeweilige Körperregion eingeführt, die dann detailliert präsentiert wird: 4. Kopf, Cranium und Hals, Collum 5. Zentrales Nervensystem, Systema nervosum centrale, Gehirn, Encephalon und Rückenmark, Medulla spinalis 6. Sehorgan, Auge, Oculus et Structurae pertinentes 7. Gehör- und Gleichgewichtsorgan, Organum vestibulocochleare 8. Rücken, Dorsum 9. Arm, obere Gliedmaße, Membrum superius 10. Brustkorb, Thorax und Brustraum, Cavitas thoracis mit Zwerchfell, Diaphragma 11. Ventrale und dorsale Bauchwand 12. Bauchhöhle, Cavitas abdominis (abdominalis) 13. Becken, Pelvis, Beckenhöhle, Cavitas pelvis 14. Bein, untere Gliedmaße, Membrum inferius 15. Haut, Integumentum commune Anhangsgebilde: Drüsen, Glandulae; Haare, Pili, und Nägel, Ungues Die Tatsache, dass dem Experten- und Autorenteam nicht weniger als 28 Autoren und 33 Koreferenten angehörten, machte eine umfassende Bearbeitung möglich, in die die aktuellsten Erkenntnisse einflossen. Da sich der "Waldeyer" als Lehrbuch versteht, mit dem sich Studierende auf Prüfungen vorbereiten, wurden lern- und prüfungsadäquate Präsentationsformen gewählt: - Dem Studierenden werden die Lernziele des jeweiligen Gebiets erläutert. - Mit einleitenden Zusammenfassungen wird bereits zum Beginn eines Kapitels eine Schwerpunktsetzung vorgenommen, die für das Studium in der Folge auch als "roter Faden" dienen kann. - Die entscheidenden Erkenntisse werden in Merksätzen zusammengefasst. - Dem angewandten Charakter der Anatomie wird dadurch verstärkt Beachtung geschenkt, dass in allen Kapiteln wichtige klinische Bezüge hergestellt und erläutert werden. - Mit übersichtlichen tabellarischen Zusammenfassungen der Muskeln wird die Aneignung von Wissen in diesem zentralen Themenbereich unterstützt. Das fachliche Navigieren in diesem Lehrbuch, das gleichzeitig auch Nachschlagewerk in allen anatomischen Fragen ist, wird durch ein detailliertes Glossar am Ende des Buchs erleichtert.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Berlin de Gruyter 2009
Ausgabe:Berlin: de Gruyter, 18. Aufl., 2009.- 1334 S.
Seiten:1334
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch