Leistungsdiagnostik in Sportmedizin und Sportwissenschaft. Evaluierung der derzeit als "State of the Art" bezeichneten Methoden in verschiedenen Anwendungsbereichen

Das Thema einer komplexen Leistungsdiagnostik spielt heutzutage nicht nur im Leistungssport eine bedeutsame Rolle, auch im Gesundheits-, Wettkampf- und Rehabilitationssport finden leistungdiagnostische Verfahren zunehmend Interessenten. Innerhalb der Leistungsdiagnostik finden sportmedizinische Methoden in unterschiedlichen Teilbereichen, wie zum Beispiel bei der Ermittlung der aeroben und der anaeroben Schwelle, der Diagnostik der Dauerleistung und der mit ihr in Verbindung stehenden Dauerleistungsgrenze Anwendung. Andere Themen mit leistungsdiagnotischem Hintergrund und Inhalt sind Tests, um die absolute und relative körperliche Leistungsfähigkeit zu ermitteln, um deren limitierende Faktoren (oftmals auch im Zusammenhang mit einer sportartspezifischen Leistungsstruktur) zu erkennen, zu diagnostizieren und zu beurteilen oder um Gleiches mit der allgemeinen aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit zu tun. Dabei ist stets zu beachten, dass der Test an sich nicht das Ziel ist, sondern dass es letztlich darauf ankommt, die ermittelten Ergebnisse wissenschaftlich korrekt zu interpretieren und Ableitungen für die nächste(n) Phase(n) des Trainings zu treffen. Die Leistungsdiagnostik verfolgt keinen Selbstzweck, sie ist ein Element, das Trainer gemeinsam mit Medizinern im Regelkreis des Trainings mit dem Ziel der Leistungsverbesserung einsetzen - und das unabhängig vom Leistungsniveau. Das Arsenal an Tests, das für die einzelnen Themen entwickelt wurde, ist inzwischen sehr umfangreich. In den verschiedenen Bereichen gibt es nicht DEN Test, mit dem man alles diagnostizieren kann, sondern je nach Ausgangslage und Erkenntnisinteresse muss und kann eine Auswahl getroffen werden. Im vorliegenden Band stellt Lukas Küster die am häufigsten eingesetzten Tests vor, die durch die wissenschaftliche Community auf ihre Reliabilität untersucht wurden. Dazu präsentiert er eingangs in kompakter Form die Prozesse der Energiebereitstellung und -nutzung im menschlichen Körper. Daran schließt sich die Präsentation der ersten Gruppe von Tests an, die sich mit den Schwellenkonzepten befassen. Hier werden insgesamt 16 Tests vorgestellt, die in den vergangenen 40 Jahren entwickelt wurden. Die folgenden 9 Tests greifen das Thema der Dauerleistungsgrenze auf, das abschließend auch in der Leistungsdiagnostik mit Schwellenkonzepten verbunden wird. Zu den Tests zur körperlichen Leistungsfähigkeit stellt der Autor das kardiovaskuläre und das energetische Modell vor, befasst sich mit der Laktatleistungskurve und diskutiert die Möglichkeiten des Einsatzes ergometrischer Verfahren. Hier werden auch empfohlene Test(reihen) verschiedener Organisationen wie dem DOSB oder des American College of Sports Medicine einbezogen. Die abschließend präsentierten vier Tests dienen der Diagnostik der anaeroben Kapazität. Insgesamt ist dem Autor damit ein sehr umfassender Überblick zu aktuellen leistungsdiagnostischen Methoden gelungen. Deutlich wird die herausgehobene Bedeutung, die die Atemgasanalyse, die Messung der Blutlaktatkonzentration und der Herzfrequenz bei etablierten wie auch bei modernen Verfahren oftmals spielen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Saarbrücken VDM Verlag Dr. Müller 2009
Ausgabe:Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, 2009.- 113 S.
Seiten:113
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch