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Segmentales Stabilisierungstraining als Baustein einer evidenzbasierten Bewegungstherapie bei Rückenbeschwerden

Ein gesunder, leistungsfähiger Rücken ist sowohl für das allgemeine Wohlbefinden als auch für die sportliche Leistungsfähigkeit des Menschen von großer Bedeutung. Leider ist gerade in den letzten Jahren zu konstatieren, dass ein sich verändernder beruflicher und privater Alltag vieler Mädchen und Jungen, Frauen und Männer durch ein zunehmendes Maß an Passivität und Bewegungsarmut verbunden ist. "Neue" Reize" der modernen Medien sind nicht selten in statischer, sitzender Position ohne echte konditionelle oder koordinative Herausforderungen zu "erleben" - am Computer, Fernseher oder mit Videogames (wenn man mal von der notwendigen Auge-Hand-Koordination absieht). In einer zunehmenden Zahl von Rückenkursen in physiotherapeutischen Praxen und Fitnesszentren, die diese Situation reflektieren, wird dann therapeutisch versucht, der Probleme Herr zu werden. Andererseits gehört der Rücken im Sport, im Training wie im Wettkampf, in einer sehr großen Zahl von Sportarten zu den Körperregionen, die kontinuierlich einer Belastung ausgesetzt sind. Deshalb ist gerade der muskulären Kräftigung der Rückenmuskulatur wie auch der Erhaltung und Entwicklung der Beweglichkeit im Oberkörperbereich große Aufmerksamkeit zu schenken, sollte darauf geachtet werden, die Trainingsbelastungen sehr effektiv zu planen und umzusetzen, einseitige Belastungen mit sich daraus ergebenden Dysbalancen zu vermeiden und ein Übungsprogramm in die Trainingsroutinen einzubauen, das vielfältig ist, alle Muskeln anspricht und bei dem das Verhältnis von Belastung und Wiederherstellung der Rückenmuskulatur ausgewogen gestaltet ist. Eine wichtige Voraussetzung, um in beiden Fällen ein entsprechendes Trainingsprogramm zu gestalten, sind genau diagnostizierte Befunde für Rückenschmerzen und ähnliche -probleme. Physiotherapeuten, medizinische Trainingstherapeuten, Sportwissenschaftler und Mediziner mit orthopädischer, rehabilitativer und sportmedizinischer Spezialisierung finden im vorliegenden Buch mit dem Konzept des segmentalen Stabilisierungstrainings einen bewegungszentrierten Therapieansatz. Dazu werden Diagnoseinstrumente (Anamnese, Schmerz- und Gesundheitsstatus, Rumpfkraftmessung, Wirbelsäulenformanalyse) vorgestellt, die effektive Methoden anbieten, um ein klares Bild von der Ausgangs- bzw. Zustandssituation sowie zu erreichten Veränderungen liefern. Hier wird auch besonderer Wert darauf gelegt, dass in jedem Fall eine Einzelfallanalyse vorgenommen wird, um darauf aufbauend individualisierte Trainingsinterventionen planen zu können. Der umfangsmäßig größte Teil des Buchs ist ein Übungskatalog für das therapeutische Training der Rückenmuskulatur. Dazu werden die einzelnen Übungen hinsichtlich der beabsichtigten Funktion (bzw. Wirkung), der Ausgangslage und Bewegungsaufgabe (mit Verweisen auf Eckpunkte und häufig auftretende Fehler in der Bewegungsausführung) in Bild und Wort vorgestellt. Gleichzeitig werden von den Herausgebern Angebote unterbreitet, wie der Übungsverlauf weiter variiert werden kann. Der Gesamtkatalog anÜbungen wurde in vier Teilthemen untergliedert: - Übungen zur Aktivierung der "viszeralen Wassersäule", - gerätegestütztes Krafttraining, - Funktionsgymnastik und - Dehnungsübungen. Dabei wird das synergistische Zusammenspiel (d. h. die Kombination von Übungen) der tief liegenden Rumpfmuskulatur und der oberflächlichen, global-stabilisierenden und die Extremitäten bewegenden Rumpfmuskeln als wesentlich für den Erfolg des Trainingsprogramms erachtet.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg 2010
Ausgabe:Hamburg: Czwalina, 2010.- 107 S.
Schriftenreihe:Sportwissenschaft und Sportpraxis, 159
Seiten:107
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch