Medizinisch-biolologische Grundlagen des sportlichen Trainings von Frauen

Auch wenn Frauen und Männer inzwischen in nahezu allen Sportarten gleichberechtigt behandelt werden, der Wettkampfkalender nahezu identisch ist und damit auch die Vorbereitung im Training in beiderlei Geschlechtern mit gleicher Ernsthaftigkeit und mit vergleichbarem Engagement entsprechend der medizinisch-biologischen Spezifik von Frauen und Männern sowie mit entsprechender fachlicher Unterstützung abläuft, finden diese Entwicklungen nicht in gleicher Weise eine Entsprechung in der Fachliteratur. Die Zahl der geschlechterspezifischen Untersuchungen zu trainingswissenschaftlichen und biowissenschaftlichen Themen hat zwar zugenommen, entspricht aber nicht den in der Sportpraxis deutlich erkennbaren Trends. Mit der vorliegenden Monographie werden ausgewählten Themenbereichen der Trainingswissenschaft und aktueller biowissenschaftlicher Fragen aktuelle Erkenntnisse zum sportlichen Training von Frauen zusammengefasst dargestellt. Dabei geht es der Autorin primär um die Verdeutlichung der Spezifik der Reaktionen des weiblichen Körpers an sportliche Belastung und an die damit im Zusammenhang stehenden Adaptationsprozesse. Hier sind Themen wie der Einfluss des Trainings auf den Menstruationszyklus, die Entwicklung des funktionellen Systems der Atmung, die Reaktion des weiblichen Körpers auf Hypoxie bzw. Sauerstoffmangel in den Mittelpunkt der Behandlung gestellt worden. So wird der Einfluss des während des Menstruationszyklus sich verändernden neurohormonalen Status auf die funktionellen Systeme des Organismus analysiert und diskutiert. Es wird deutlich herausgearbeitet, dass es zwischen den körperlichen und psychoemotionalen Belastungen im gegenwärtigen Frauenhochleistungssport einen engen Zusammenhang gibt, der Trainern, Trainingswissenschaftlern und Medizinern stets bewusst sein muss. Diese Zielgruppe findet im Buch von Larissa Shakhlina ein umfangreiches Faktenmaterial aus komplexen Untersuchungen der funktionellen Möglichkeiten des Organismus von Sportlerinnen in den Phasen ihres Menstruationszyklus. Dieses stellt die Grundlage dafür dar, um die physiologischen Mechanismen zu erklären, die die Veränderungen der körperlichen Leistungsfähigkeit von Sportlerinnen während des ganzen Menstruationszyklus bestimmen. Interessant sind ebenfalls die Diskussionen zu den Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung von Intervalltraining unter Hypoxiebedingungen durch Frauen im Leistungssport. Abschließend formuliert die Autorin Grundregeln des Frauentrainings aus medizinischer Sicht, die von den Besonderheiten des weiblichen Organismus ausgehen und die Belastungen von Adaptationen durch Training und Wettkampf in den Teilbereichen - psychologisch-physiologischer Status, - Lungenventilation, - Atmungsfunktion des Blutes, - Kreislauf, - Gewebeatmung, - Wasser-Salz-Haushalt und - Nerv-Muskel-Apparat umfassen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ebenfalls, dass die Autorin in ihrer Beschreibung zwischen den verschiedenen Altersbereichen (ab dem 11. Lebensjahr) differenziert und dafür eine praktische Handreichung liefert, um Mädchen und Frauen im sportlichen Ausbildungsprozess unter Beachtung ihrer geschlechtsspezifischen Voraussetzungen und Reaktionen optimal entwickeln zu können.. Das Buch ist bestimmt für Sportärzte und Physiologen, Trainer und Sportlehrer, aber auch für Studierende an sportlichen und medizinischen Hochschulen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Köln Sportverlag Strauß 2010
Seiten:294
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch