F.I.M.S. Team Physician Manual
(F.I.M.S. Manual für den Mannschaftsarzt)
Leistungsorientierter Trainings- und Wettkampfbetrieb wird in einer zunehmenden Zahl von Sportarten, Sportverbänden, Sportvereinen, für Teams, aber im Hochleistungsbereich auch für Einzelsportler von Expertenteams geplant, realisiert und kontrolliert, in denen verschiedene Wissenschaftsdisziplinen vertreten sind. Gemeinsam mit dem Trainer und Trainingswissenschaftler sind Psychologen und Sportmediziner an der Leistungsentwicklung beteiligt, diskutieren über geeignete Trainingsformen,über einen langfristigen, mehrjährigen Leistungsaufbau, die Sicherung einer kurz-, mittel- und langfristigen Belastbarkeit der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen. Weitere Themen entstammen der klassischen Sportmedizin bei der Vermeidung von Verletzungen und gesundheitlichen Schäden bzw. deren therapeutischer Behandlung, um wieder in den Trainingsprozess "einsteigen" zu können oder in der Entwicklung sportartspezifischer Ernährungsstrategien. Mit der Verfeinerung der Trainingsmethoden und der Erschließung weiterer Formen wie dem Höhentraining ist das interdisziplinäre Zusammenwirken immer mehr zu einer Notwendigkeit geworden, wenn Sportlerinnen und Sportler die sportlichen Leistungsziele auch wirklich erreichen sollen. Insbesondere im Hochleistungsbereich hat sich ein Belastungsniveau sowohl im Training als auch im Wettkampf (Häufigkeit und Dichte von bedeutsamen nationalen und internationalen Wettkämpfen) entwickelt, das gemeinsame Belastungs- und Regenerationsstrategien unumgänglich macht, wozu all die oben genannten Experten beitragen können und müssen. Und die medizinische und physiologische Expertise, die Mannschaftsärzte sowohl aufgrund ihrer akademischen Ausbildung, aber auch aus dem praktischen Erleben und den Erfahrungen mit den einzelnen Sportlern ihres Teams einbringen können und sollen, sind hier von unschätzbarem Wert.
Allerdings gibt es eine Ausbildung zum Mannschaftsarzt bisher nicht. Oftmals sind es am Sport interessierte Mediziner, die (zuerst ehrenamtlich) Teams und Sportler im Training und Wettkampf betreuen. Sie wachsen damit schrittweise in die zunehmend komplexeren Aufgaben hinein, werden vom Trainer mit Fragen zur Belastungsgestaltung aus medizinischer Sicht konfrontiert oder müssen sich um verletzte oder erkrankte SportlerInnen kümmern. Mit dem vorliegenden Handbuch, in dem erfahrene Teamärzte ihr Wissen und ihre Erfahrungen vorstellen, können diese Prozesse beschleunigt und auf eine solide fachliche Grundlage gestellt werden. Die dazu abgehandelten Teilthemen umfassen den gesamten sportärztlichen Aufgabenkanon - die Rolle des Arztes innerhalb des Teams insgesamt und zusammen mit den anderen Experten, die Aufgaben in der Belastbarkeitssicherung und für die Entwicklung und Gewährleistung von adäquaten Ernährungsgewohnheiten der betreuten SportlerInnen. Natürlich geht es auch um die sehr schnelle und effektive Reaktion auf ein mögliches Verletzungsgeschehen im Training und Wettkampf, aber auch um die Rolle bei den Dopingkontrollen oder bei der Vorbereitung und Begleitung von Training und Wettkampf unter geografisch bzw. klimatisch schwierigen Bedingungen (Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, Wärme etc.).
Bei all der Vielfalt seiner Aufgaben, bleibt doch die Verhinderung von Verletzungen, gesundheitlichen Schäden und Erkrankungen, deren Diagnostik und die Entwicklung geeigneter Therapiekonzepte eines der (wenn nicht gar das entscheidende) Hauptaufgabengebiete der Ärzte im Sport. Deshalb werden den Sportverletzungen des Muskel- und Skelettapparats sowie weiterer typischer Sportverletzungen bis hin zur psychologischen Betreuung der SportlerInnen nicht weniger als 12 Kapitel gewidmet. Diese befassen sich sehr detailliert mit den Risiken bei Sport und Belastung, denen die einzelnen Körperregionen ausgesetzt sind, präsentieren geeignete diagnostische Verfahren und stellen Therapiekonzepte vor.
Es sei auch darauf verwiesen, dass dieses Handbuch sehr geeignet ist, um aktuellen und zukünftigen Trainern die Rolle von Teamärzten näherzubringen, um ihnen aber auch sportmedizinisches Grundwissen zu vermitteln, wodurch eine effektive Kommunikation zwischen Trainern einerseits und Ärzten sowie Physiotherapeuten andererseits gefördert werden kann.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Freiburg im Breisgau
Karger
2010
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| Ausgabe: | Freiburg im Breisgau: Karger, 2. Aufl., 2010.- 626 S. |
| Seiten: | 626 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |