2022

Fitnessorientiertes Ausdauertraining - Abwechslungsreich und individuell

Die Steuerung des Trainings stellt für alle Beteiligten stets eines der sensibelsten, aber auch zugleich wichtigsten Themen dar, wenn die sportliche Leistung verbessert werden soll. Dabei muss es nicht von primärer Bedeutung sein, ob das Trainingsziel darin besteht, im Rahmen von Rehabilitationstraining die körperliche Leistungsfähigkeit wieder so zu verbessern, dass ein normaler Lebensvollzug möglich wird, oder ob es darum geht, eine sportliche Höchstleistung bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften an einem ganz bestimmten, vorher festgelegten Tag zu erreichen. Für die wissenschaftlich begründete Trainingssteuerung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Viele Jahre wurden dafür in allererster Linie auf objektive Messwerte wie die Sauerstoffaufnahme, die Herzschlagfrequenz und Laktatwerte zu Rate gezogen, die im Wettkampf- und Leistungssport zu routinemäßigen Verfahren wurden. Nachdem in den 1970er Jahren für die Belastungssteuerung von Herz-Kreislauferkrankten durch den schwedischen Mediziner Borg eine 15-stufige Schätzskala des subjektiven Belastungsempfindens (RPE) erfolgreich eingesetzt wurde, wurden auch Wissenschaftler aus anderen Bereichen auf diese Form der individuellen Trainingssteuerung aufmerksam, zumal auch sehr gute Korrelationen zu den objektiven Messwerten wissenschaftlich belegt werden konnten. So fand das subjektive Belastungsempfinden auch in anderen Bereichen Anerkennung, wozu die konzeptionelle Überarbeitung mit einer einhergehenden Reduzierung auf "nur" noch sieben Stufen durch Buskies & Boeckh-Behrens) im Jahr 2002 wesentlich beitrug. Soll es im Ausdauertraining eingesetzt werden, bedarf es weiterer Differenzierungen, da eine relativ klare Sportartendifferenzierung erkennbar wird, da die Belastung im Radsport deutliche Unterschiede von dem im Schwimmen oder der im Laufen aufweist. Letztlich sind Faktoren wie die individuelle Leistungsfähigkeit oder das Alter der Trainierenden zu beachten (gerade bei Kindern scheint eine nochmalige Reduzierung auf drei Stufen sinnvoll). Im vorliegenden Buch stellt Florian Reim das Konzept des subjektiven Belastungsempfindens (SBE) mit seinen Vorteilen als mehrdimensionale Steuergröße, die die individuelle Beanspruchung sehr gut abbilden kann, dar. Die Vorteile wie die permanente Verfügbarkeit oder die Einsetzbarkeit in allen Ausdauersportarten oder ihre Nutzung ohne gerätetechnischen Aufwand, scheinen sie sehr geeignet zu machen, um sie unkompliziert im Trainingsprozess zu nutzen. Wie das konkret aussehen kann, wird im Buch sehr differenziert vorgestellt. Dabei werden drei Trainingsmethoden sehr umfassend beleuchtet. Die Dauermethode, die Intervallmethode und die Wechselmethode. Für alle drei Methoden stellt der Autor für die Themenbereiche Leistung, Gesundheit und Figurformung verschiedenste Trainingsprogramme vor (Basis-, Aufwärm-, Abwärm-, Regenerations-, Fettverbrennungstraining mit und ohne Cardiogeräte sowie unter Nutzung ausgewählter sportartspezifischer Belastungsprogramme). Die graphische Präsentationsform macht es dem Leser und Trainierenden leicht, die Programme "nachzutrainieren". Spannend sind auch die sehr vielfältigen Übungs- und Spielformen im Individual- und/oder Mannschaftstraining, die zweifelsohne dazu beitragen werden, im Training die Motivation hochzuhalten, da wohl kaum Trainingsmonotonie eintreten wird. Das Training selbst soll dann durch die siebenstufige SBE-Methode gesteuert werden, was sehr gut gelingen kann, da das Buch entsprechende Informationen für jedes der vorgeschlagenen Trainingsprogramme enthält.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Schorndorf Hofmann Verlag 2009
Ausgabe:Schorndorf: Hofmann, 2009.- 156 S.
Schriftenreihe:Praxisideen. Schriftenreihe für Bewegung, Spiel und Sport, 40
Seiten:156
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel