Das Paläo-Prinzip der gesunden Ernährung im Ausdauersport

Im ersten Augenblick mögen die Leser dieses Ernährungsratgebers für Ausdauersportler verwundert sein, wenn die Autoren erklären, dass sie eine altsteinzeitliche Nahrung empfehlen. Diese ist im Vergleich zu aktuell durch andere Ernährungsberater empfohlenen Nahrungsstrategien etwas eiweiß- und fettreicher, enthält aber etwas weniger Kohlenhydrate. Hier sind aber nicht die entscheidenden Unterschiede zu finden. Diese liegen nach den Auffassungen der Autoren im Zeitpunkt der Aufnahme von Kohlenhydraten und Eiweiß sowie in der gelegentlichen Auswahl von Nahrungsmitteln nach der durch das Training induzierten glykämischen Last sowie in der basischen Wirkung einer solchen Ernährungsstrategie auf das Blut und andere Körperflüssigkeiten. Letztlich ist wichtig, dass die Ernährung parallel zum Training gestaltet bzw. periodisiert wird. Ziel dieser Strategie ist eine beschleunigte Regeneration und damit auch eine entsprechende Steigerung der Ausdauerleistung. Als bewusst verfolgtes zweites Ziel betrachten die Autoren die Verbesserung des Gesundheitszustands der Sportlerinnen und Sportler, die sich an der Paläo-Ernährung orientieren. Als die vier Säulen auf denen das Paläo-Ernährungsprinzip ruht, beschreiben Loren Cordain und Joe Friel 1. die verzweigtkettigen Aminosäuren, die stark anregend auf den Aufbau und die Reparatur von Muskelfasern wirken. Sie sind besonders dann effektiv im Verbindung mit Training, wenn sie unmittelbar nach diesem konsumiert werden. 2. der Säure-Basen-Gehalt des Bluts. Dazu wird gezielt viel Obst und Gemüse gegessen, um einer Übersäuerung des Bluts zuvorzukommen und den Abbau von Muskeleiweiß zu verhindern. 3. die Spurenelemente (antioxidative Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe), die für eine optimale Funktion des Immunsystems sorgen, weshalb die Sportlerinnen und Sportler dann nicht so krankheitsanfällig sind und besser und intensiver trainieren können und 4. die Glykogendepots, die in den Muskeln als der notwendige Treibstoff des Körpers auf hohem Niveau erhalten bleiben. Die Glykogensynthese der Muskeln, die das benötigte Glykogen produzieren kann, ist unmittelbar nach dem Training am effektivsten, was gezielt genutzt werden sollte. Von diesen Prämissen ausgehend, entwickeln die beiden Autoren ihr Prinzip sehr detailliert aus ernähungsphysiologischer Sicht, bleiben dabei aber nicht stehen, sondern präsentieren unmittelbar im Anschluss daran die Umsetzung in den Trainings- und Wettkampfprozess. Ein Beispiel dafür sind die Erläuterungen zu einer Ernährungsstrategie, die Übertraining verhindern helfen soll oder, falls der Übertrainingszustand bereits eingetreten ist, dazu beitragen kann, die Belastbarkeit der Sportlerinnen und Sportler wieder herzustellen. Dazu werden Hinweise zur Auswahl geeigneter Nahrungsmittel gegeben, werden zum Beispiel pflanzliche und tierische Nahrungsstoffe verglichen, um dann auch Rezepte vorzustellen. Die Diät wird in fünf aufeinander aufbauenden Phasen gegliedert: Phase I: Nahrungsaufnahme vor dem Sport Phase II: Nahrungsaufnahme während der sportlichen Belastung (differenziert nach der Belastungsdauer) Phase III: Nahrungsaufnahme 30 Minuten nach dem Sport Phase IV: Nahrungsaufnahme kurz nach dem Sport (60-90 Minuten nach Ende der sportlichen Belastung) Phase V: Nahrungsaufnahme längere Zeit nach dem Sport. Für jede der Phasen werden die Stoffwechselanforderungen beschrieben und die Nahrungsmittel vorgestellt, die den Kriterien der Paläo-Diät entsprechen. Diese ernährungsphysiologischen Aspekte werden stets mit den Fragen verknüpft, die sich hinsichtlich einer effektiven und schnellen Wiederherstellung der vollen Belastbarkeit ergeben.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Ausdauersportarten
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Betzenstein Sportwelt-Verl. 2009
Ausgabe:Betzenstein: Sportwelt Verlag, 2009.- 307 S.
Seiten:307
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel