1977

Training in der Therapie

In der Therapie von Krankheiten, Schäden und Verletzungen gibt es verschiedene Ansatzpunkte. Ausgehend vom bio-psychosozialen Modell der Salutogenese geht es einerseits um den Erhalt bzw. die Wiederherstellung von Körperfunktionen, andererseits sind aber in gleicher Weise die Aspekte der körperlichen Aktivität und der Beteiligung der ehemals Erkrankten oder Verletzten an derartigen Aktivitäten zu beachten. Eine solche Betrachtungsweise bezieht sich sowohl auf das private Umfeld, aber in gleicher Weise auch auf die arbeitsbezogene und auch sportbezogene Gestaltung von Training und Therapie. Diese Forderungen sind durch die Träger vieler Rehabilitationsmaßnahmen in der Klassifikation der funktionalen Gesundheit beschrieben, an denen sich die therapeutische Praxis orientieren soll. Um diesem Anspruch gerecht werden zu können, bedarf es bei allen, die an therapeutischen Maßnahmen beteiligt sind, Sporttherapeuten, Physiotherapeuten, Sportmedizinern, eines umfassenden Wissensvorrats, wie auch praktischer Erfahrungen und Empfehlungen im Umgang mit Verletzungen und Schäden. Dazu gehören u. a. die Grundlagenbereiche der Trainingswissenschaft, Krankengymnastik und des Einsatzes physikalischer Methoden in der Rehabilitation, wie sie sich in biomechanischen und/oder trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen widerspiegeln. So ist es für den Therapeuten wichtig zu wissen, wie ein spezielles Kraft- oder Ausdauertraining wirkt oder was das Ergebnis eines spezifischen Tests aus der Trainingswissenschaft für den aktuellen funktionalen Zustand eines Patienten/Sportlers aussagen kann. Diesem Komplex grundlegender Fragen wenden sich die einleitenden Kapitel des vorliegenden Buchs zu, bevor therapeutische Themen des muskulären Trainings in den Mittelpunkt gerückt werden. Daran schließt sich die Präsentation verschiedener Therapiemöglichkeiten wie dem Training mit isokinetischen Geräten, dem apparativen Muskeltraining für verschiedene Muskeln bzw. Muskelgruppen oder die Wirkungen eines gezielt entwickelten Seilzugtrainings an. In der Fortführung geht es um den Einsatz sensomotorischen Trainings in der Therapie mit verschiedenen Varianten, um die Dosierung von sensomotorischem und koordinativem Trainings mit spezifischen Inhalten. Gangschulung und Training im Wasser werden ebenso diskutiert, bevor zu den relevanten Themen aus der Physiotherapie übergegangen wird, wo die gebräuchlichsten physikalischen Behandlungsmethoden vorgestellt werden. Der zweite Teil beginnt mit der Präsentation typischer Testverfahren für die Körperhaltung, die Flexibilität, Kraft, Ausdauer und Koordination. In der Folge werden exemplarische Indikationen zur Grundlage für die Entwicklung von Therapieprogrammen vorgestellt. Diese orientieren sich an den Körperregionen (wie Schulter, Ober- und Unterarm, Hüfte, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel oder Sprunggelenk), für deren Therapie Therapierichtlinien nach Verletzungen, therapeutische Übungssammlungen sowie Rahmentrainingspläne aus dem Bereich der orthopädisch-traumatologischen Rehabilitation entwickelt werden. Insgesamt wird für den Therapeuten und Mediziner ein sehr umfassendes und zugleich differenziertes Bild der therapeutischen Möglichkeiten und Notwendigkeiten entwickelt, das auf vielfältige Erfahrungen aus der Praxis zurückgreift, in seinen Empfehlungen auch ganz bewusst die Therapiepraxis bereichern will.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: München Elsevier 2010
Ausgabe:München: Elsevier, 3. Aufl., 2010.- 410 S.
Seiten:410
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch