Bodybuilding mit System. Methodik des Muskelaufbautrainings
Die Entwicklung von Muskelmasse und Muskelquerschnitt ist eine der zentralen Trainingsziele, die sich Bodybuilder stellen. Die dazu entwickelte Trainingsmethodik hat viele enge Verknüpfungen zum Training, zu Fragen der Belastungsgestaltung in anderen Sportarten. Und hier ist nicht nur das Gewichtheben zu nennen, sondern Kraft, Schnellkraft oder Kraftausdauer spielen auch für die Leistungsstruktur in einer Vielzahl von Sommer- wie Wintersportarten eine entscheidende Rolle. Insofern verwundert es natürlich nicht, dass die allgemeine Trainingswissenschaft wichtige Grundlagen für die Entwicklung des Bodybuildings national wie international gelegt hat.
Bedingt durch eine nicht gerade Zahl von bekannt gewordenen Fällen des Medikamenten- und Dopingmissbrauchs im Bodybuilding sowohl im Hochleistungsbereich als auch im Freizeitsport, ist aber zunehmend zu konstatieren gewesen, dass sich eine Voreingenommenheit gegenüber den Trainingsprogrammen und -konzeptionen der Bodybuilder entwickelte. Hier setzen die Autoren dieses Buchs zur Systematik des Muskelaufbautrainings an. Sie wählen ganz bewusst ihre sportwissenschaftlichen Grundlagen in der allgemeinen Trainingswissenschaft, in den dort formulierten Trainingsprinzipien und Trainingsmethoden. Ihr Ziel besteht darin, gerade hier Ansätze zur Grundlegung des sportartspezifischen (für Bodybuilder geeigneten) Muskelaufbautrainings. Außerdem sehen sie gerade in diesem Bereich weitere Anregungen, um das Training auf den verschiedenen Leistungsebenen gezielt zu verbessern. Sie präsentieren diese sportwissenschaftlichen Erkenntnisse so, dass sie von Bodybuildern - die nicht selten allein und ohne Anleitung durch gut ausgebildete Trainer trainieren - verstanden und genutzt werden können. Damit arbeiten sie aktuelle Erkenntnisse so auf, dass sie in der Sportart bekannt werden und eingesetzt werden können.
Für die Anwendung im sportartspezifischen Training diskutieren sie die für das Bodybuilding typischen Trainingsprinzipien wie
das Auswahlprinzip,
das Durchblutungsprinzip,
das Individualisierungsprinzip,
das Instinktprinzip,
das Prinzip der kontinuierlichen Anspannung,
das Prinzip der optimalen Relation von Belastung und Erholung,
das Prinzip der Regelmäßigkeit des Trainings,
das Prinzip der progressiven Belastungssteigerung,
das Prioritätsprinzip,
das Schockprinzip,
das Split-Prinzip,
das Trainingsperiodisierungsprinzip,
das Variationsprinzip.
Dabei wird deutlich, dass diese in nicht wenigen Fällen mit denen der allgemeinen Trainingslehre übereinstimmen, es aber auch Prinzipien gibt, die nur für das sportartspezifische Training im Bodybuilding typisch sind.
In der Weiterführung dieser terminologischen und theoretischen Auseinandersetzung mit den zentralen Themen und Begriffen des Bodybuildingtrainings präsentieren sie dann die typischen Trainingsmethoden des Bodybuilders:
Deutsches Volumen Training,
Dynamisches Training,
Einschmelzen,
Holistisches Training
Hypertrophie spezifisches Training,
Individuelle Leistungsbild-Methode,
Kieser Trainingsmethode,
Kontrast Methode,
Pyramidenmethode,
Schwereinsatztraining,
Super langsam Trainingsmethode,
WARP sowie
X-Adaptation.
Schon allein die Auflistung dieser verschiedenen Trainingsmethode verdeutlicht die unterschiedlichen Möglichkeiten, um ein Trainingsprogramm entsprechend dem vorhandenen Leistungsziel und den aktuellen wie langfristigen Leistungszielen zu entwickeln. Um sich in dieser Vielfalt von Methoden besser orientieren zu können, haben die beiden Autoren eine Systematisierung nach Methoden mit niedrigem Trainingsumfang, Methoden mit hohem Trainingsumfang und Methoden, die eine Mischform dieser beiden Grundformen repräsentieren vorgenommen.
Letztlich befassen sich Marko Schimke und Michael Haase mit Intensivierungstechniken im Bodybuilding, die dazu beitragen können, gezielt Trainingsreize zu erhalten oder zu erhöhen. Dazu wird entweder der äußere oder innere Widerstand erhöht (hierzu werden vier Varianten vorgestellt - Höchstkontraktion, Negativwiederholungen, schnelle Wiederholungen, unterbrochene Sätze) oder die Spannungsdauer der Muskulatur verlängert. Für die letztgenannte Klasse von Intensivierungstechniken werden im Buch nicht weniger als 15 Varianten bzw. Möglichkeiten, vom sog. Abfälschen und dreiteiligen Sätzen über Intensivwiederholungen und das sog. Qualitätstraining bis zu Supersätzen und Teilwiederholungen vorgestellt.
Das abschließende Kapitel widmet sich dann der Systematisierung des Bodybuildingtrainings und führt dazu die vorher bearbeiteten Themen in einem Beziehungsgefüge von Prinzipien, Methoden und Intensivierungstechniken zusammen.
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Trainingswissenschaft Kraft-Schnellkraft-Sportarten |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Marburg
Tectum
2008
|
| Ausgabe: | Marburg: Tectum, 2008. - 147 S. |
| Seiten: | 147 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |