Sensomotorische Koordination - Gleichgewichtstraining mit dem Kreisel

Der Bewegungskreisel gehört seit vielen Jahren in Rehabilitationseinrichtungen zu den im Einsatz befindlichen Sportgeräten. Gerade bei Patienten (und darunter nicht wenigen Sportlern) mit Verletzungen der unteren Extremitäten leistet er unschätzbare Dienste. Inzwischen ist er aber auch ein willkommenes Trainingsgerät in Sportvereinen geworden, um das koordinative und sensomotorische Lernen und Training zu unterstützen. Er eignet sich zum Beispiel gut im Training der Gleichgewichtsfähigkeit, kann aber natürlich auch zur Schulung der kinästhetischen Differenzierungsfähigkeit oder der Rhythmusfähigkeit eingesetzt werden. Und es darf nicht vergessen werden, dass mit Übungen - bzw. Übungsprogrammen mit dem Bewegungskreisel innerhalb propriozeptiven Trainings ein wichtiger Beitrag zur Verletzungsprophylaxe geleistet werden kann. Um die vielfältigen Möglichkeiten dieses Hilfsgeräts aber tatsächlich auch in hohem Maße nutzen zu können, bedarf es guter Kenntnisse zu den wissenschaftlichen Grundlagen der Koordination, der Bewegungsregulation und dem sensomotorischen Lernen. Wichtig ist ein klares Verständnis davon, wie motorisches Lernen erfolgt. Dazu gibt es verschiedene Modelle, die im vorliegenden Buch vorgestellt und diskutiert werden. Genauso wichtig ist es, die Grundprinzipien der Bewegungsprogrammierung und -regulation zu verstehen und in der Planung und Durchführung koordinativen Trainings bewusst anwenden zu können. Zu diesen Themen bieten die ersten vier Kapitel sehr klare Aussagen, die dann in ihrer Umsetzung der Trainingsplanung für die Gleichgewichtsfähigkeit die kinästhetische Differenzierungsfähigkeit die Rhythmusfähigkeit die räumliche Orientierungsfähigkeit die Reaktionsfähigkeit die Umstellungsfähigkeit und die Kopplungsfähigkeit münden. Hier werden erste Hinweise und Ideen für Übungen mit dem Bewegungskreisel entwickelt. Das sich anschließende Kapitel zur Vorstellung von mehr als 100 Übungen greift dieses Basiswissen auf und setzt es in die Übungs- und Trainingspraxis um. dabei werden gezielt die Besonderheiten des von A. Bertram und W. Laube entwickelten Kreisels genutzt (dieser hat eine größere Standplatte und eine spezielle Form des Kugelsegments, die Standplatte hat eine randständig umlaufende Murmelrille). Für jede Übung haben die Autoren klar definierte Trainings- bzw. Lernziele definiert. Um diese effektiv umsetzen zu können, wurden sowohl die Ausgangsstellung als auch die Bewegungsabläufe klar beschrieben. dabei wird gezielt auf die Ansprache der Trainierenden geachtet, werden langjährige Erfahrungen in der Ansprache und der Instruktion derÜbenden vermittelt. Letztlich gibt es Hinweise zur Trainingsdauer und zu Variationsmöglichkeiten für die verschiedenen Übungen. Die für jede Übung angefertigten Bilder zu entscheidenden Bewegungsposen sind sowohl für den Übungsleiter oder Therapeuten hilfreich, können aber auch den Patienten, Übenden oder Sportlern helfen, sich auf die Kernpunkte der Bewegung zu konzentrieren und diese korrekt auszuführen. Insgesamt ist die Vielfalt der Bewegungs- bzw. Übungsvorschlage und deren Kombination mit anderen Trainings- und Hilfsgeräten beeindruckend, die es jederzeit ermöglichen, Übungsprogramme zusammenzustellen, die abwechslungsreich sind, die sich durch ansteigenden Schwierigkeitsgrad auszeichnen und damit die Erreichung der Therapie- oder Trainingsziele unterstützen.
© Copyright 2008 Veröffentlicht von Thieme. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Tagging:Sprunggelenk
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Stuttgart; New York Thieme 2008
Ausgabe:Stuttgart; New York: Thieme, 2008. - 307 S.
Schriftenreihe:physiofachbuch
Seiten:307
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch