Adaptation der Achillessehne an unterschiedliche Formen mechanischer Belastung

Die Achillessehne ist zwar die stärkste Sehne des menschlichen Körpers, durch zunehmende sportliche Freizeitaktivitäten einerseits und stetig wachsende körperliche Belastungen im Leistungssport andererseits haben sich Achillessehnenverletzungen (und dabei insbesondere Rupturen der Sehne, die jährlich zwischen 15.000 und 20.000 passieren) zu einer der am häufigsten auftretenden Sportverletzungen entwickelt. Dabei gehört der Riss der Achillessehne zu den dramatischen Ereignissen innerhalb von Training und Wettkampf, da damit eine sofortige, lang anhaltende und ernsthafte Beeinträchtigung jeglicher sportlicher Aktivitäten eintritt, die in nicht wenigen Fällen zu einem Ende der sportlichen Laufbahn führt. Angesichts dieser aktuellen Verletzungsstatistik und den dramatischen Folgen dieser Verletzung ist es wichtig, das Wissen über die Adaptation der Achillessehne an mechanischer, morphologischer und biochemischer Eigenschaften der Sehne an verschiedene Belastungsmodi deutlich zu erweitern und zu vertiefen. Im Rahmen ihrer zehnwöchigen Testreihen konnte Kirsten Legerlotz Ergebnisse aus einem Lauftrainingsexperiment mit denen von tierexperimentellen Untersuchungen zu folgenden Themenbereichen vergleichen: Vibrationskrafttraining mit geringen Umfängen Vibrationskrafttraining mit höheren Umfängen Krafttraining ohne Vibration, aber mit höheren Umfängen. Die Untersuchungen umfassten sowohl mechanische Tests (z. B. ein zyklischer Belastungstest zur Bestimmung der viskoelastischen Eigenschaften, Zerreißtest) als auch biochemische Tests (Konzentration von mRNA, Strukturproteine, Wachstumsfaktoren, Enzyme). Im Ergebnis des mehrwöchigen Krafttrainings zeigten sich nur sehr geringe Veränderungen der mechanischen, morphologischen und biochemischen Eigenschaften der Achillessehne. Der Vergleich zwischen Lauf- und Krafttraining unterstrich, dass Laufbelastungen offensichtlich den potentesten Reiz darstellen, um Adaptationsmechanismen in der Achillessehne auszulösen, wobei weitere Untersuchungen notwendig erscheinen, um zu klären, ob die Belastungsdauer des Experiments eventuell einen limitierenden Faktor darstellte. Die parallel angestellten Untersuchungen zum Einfluss des Reifestatus der Achillessehne auf Adaptationsgeschehen zeigte, dass im Vergleich zu anderen Geweben (Muskeln, Knochen) die Reifeprozesse der Achillessehne deutlich eher abgeschlossen sind und damit schneller ihre Bedeutung für das Auslösen und den Ablauf von Adaptationsprozessen verlieren.
© Copyright 2007 Veröffentlicht von Sportverlag Strauß. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Köln Sportverlag Strauß 2007
Schriftenreihe:Schriften zur Biomechanik des muskulo-skelettalen Systems, 4
Seiten:175
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch