Spielen mit dem Gleichgewicht. Teil 1: Balancieren, wackeln und schaukeln
Die Fähigkeit den eigenen Körper, aber auch Geräte oder Gegenstände im Gleichgewicht zu halten oder sie in ein solches zu bringen gehört zu den grundlegenden Aufgaben des Bewegungs- und Koordinationslernens bereits in frühester Kindheit. Die koordinative Funktion besitzt dabei Voraussetzungscharakter für die Erlernung und Ausführung weiterer Bewegungshandlungen. Dies hört sich beim ersten Lesen vielleicht etwas sehr abstrakt und vielleicht auch kompliziert an, die Aufgabe trifft aber auf ein natürliches Interesse von Kindern am Spiel und an der Bewegung, woraus sich sehr viele interessante und relativ leicht in die Praxis umzusetzende Übungs- und Trainingsansätze ergeben, um die Erlernung, Weiterentwicklung und auch Perfektionierung des motorischen Gleichgewichts von Kindern zu fördern. Dazu sollten bewährte didaktische Prinzipien und Trainingsmethoden genutzt werden, um den Lernerfolg zu gewährleisten und diesen für Kinder erlebbar zu machen.
So sollte es in der Bewegung keine stabilen Gleichgewichtszustände geben, sollten die Mädchen und Jungen schon bei einfachen Bewegungsaufgaben kontinuierlich ihren Gleichgewichtsstatus regulieren und neu finden müssen. Die Aufgaben sollten auch durch wechselnde Unterstützungsflächen geprägt sein, um den Grad der Gleichgewichtsprobleme variieren zu können. In gleicher Weise muss darauf geachtet werden, dass die Übungen eine variierende Höhe des Körperschwerpunktes beinhalten, da dieser ebenso auf den Schwierigkeitsgrad der Aufgabe Einfluss nimmt. Letztlich darf nicht vergessen werden, die Aufgaben für die Kinder abwechslungsreich, herausfordernd, spielerisch und anregend zu gestalten, um die Lust an und auf die Bewegung zu fördern.
Um all diese trainingsmethodischen Anforderungen erfüllen zu können, bietet das Buch von Harald Lange eine große Fülle an Ideen und Anregungen. Ausgehend von 26 Bewegungsgrundaufgaben zu den Themen
- Balancieren
- Objekte ins Gleichgewicht bringen
- Wippen
- Rollen
- Schaukeln
- Übungen auf labilem Untergrund und
- Übungen mit Hilfs- und Übungsgeräten wie Pezziball, Stelzen oder Moon-Hopper
entsteht eine sehr abwechslungsreiche Übungssammlung, die in allen Altersbereichen variabel einsetzbar ist. Auch wenn die Hauptzielgruppe sicherlich unter den jüngeren Kindern zu finden ist, können wohl alle Übungen auch für Jugendliche und Erwachsene mit Gewinn genutzt werden, wenn, von der Grundübung ausgehend, der Schwierigkeitsgrad durch Trainer oder Übungsleiter entsprechend dem Leistungsvermögen der Sportler erhöht wird. So können Übungen wie das Balancieren auf dem Seil oder auf der Reckstange in das Trainingsprogramm von Kindern und Jugendlichen genauso eingebaut werden wie Gleichgewichtsübungen auf Bällen oder auf schaukelnden Untergründen. Sie stellen damit einerseits eine interessante Abwechslung im Trainingsablauf dar und unterstützen gleichzeitig die Entwicklung der Gleichgewichtsfähigkeit, die für die Bewegungskontrolle so so entscheidender Bedeutung ist.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Münster
Philippka Sportverlag
2007
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| Ausgabe: | Münster: Philippka, 2007. - 63 S. |
| Schriftenreihe: | Philippka Training |
| Seiten: | 63 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |