Funktionelles Training mit dem großen Ball
Sportliche Aktivitäten mit einem Ball besitzen für viele eine besondere Faszination, sind damit doch oftmals Spiel und Spaß in der Gemeinschaft verbunden. Aber der Ball, und mit Blick auf das von Karin Albrecht vorgelegte Buch insbesondere der große Ball, verfügt über weitere Eigenschaften, die insbesondere im funktionellen Training der Muskulatur genutzt werden können. Dabei stehen zwei Schwerpunkte im Mittelpunkt des Interesses eines die Muskeln kräftigenden Trainings: Die Entwicklung der Gleichgewichtskompetenz und der Stabilisationskompetenz. Parallel ist dieses Training auch immer mit Effekten im sensomotorischen koordinativen Bereich insgesamt verbunden, führt es doch zu
- einer Verbesserung des Nervensystems,
- einer Verbesserung der intra- und intermuskulären Koordination,
- einer Verbesserung des Gelenkschutzes durch stabilisierende Effekte. Diese Effekte werden durch die gezielte Nutzung der labilen Unterlage des Balls (und in ausgewählten Fällen des Aero Step XL) erreicht, die schnelle Reaktionen und ein gut ausgeprägtes Gleichgewichtsgefühl erfordert und fördert. Um diese Zielstellung auch tatsächlich zu erreichen, müssen die Trainierenden ein gutes Verständnis dafür entwickeln, wie die Wirkungen entstehen und mit welchen Übungen und Hilfsgeräten ein effektives Üben und Trainieren erreicht wird. Die Trainierenden sollten auch verstehen, dass es zwischen den verschieden großen Bällen (ABS-Ball, Foam-Powerball, Super ABS, Rely-a-Ball und ABS-Sitzball) Unterschiede gibt, die schon bei deren Größe beginnen. Jeder der Bälle erfordert einen differenzierten Umgang, eine spezielle körperliche Grundhaltung und nicht jeder Ball ist für alle im Buch vorgestellten Übungen geeignet. Ausgestattet mit diesem Wissen kann ein Übungsprogramm mit geeigneterÜbungsdauer, mit einer sinnvollen Zahl an Wiederholungen und einer vernünftigen Bewegungsgeschwindigkeit der Übungen zusammengestellt werden, wobei immer die Trainingsqualität und die Qualität der Bewegungsausführung im Vordergrund stehen müssen. So gelingt der Aufbau eines Übungsprogramms, das einerseits dem individuellen Leistungsvermögen entspricht und gleichzeitig die Probleme gezielt anspricht, an denen vorrangig gearbeitet werden soll. Hier bietet das Buch mit seinen vielenÜbungsvorschlägen ein reichhaltiges Reservoir. Thematisiert werden primär die Rumpfmuskulatur und die folgenden Aufgaben eines Muskelfunktionstrainings unter vorrangig präventivem Aspekt:
- Mobilisation der Wirbelsäule
- Ansteuerung und Training der Rumpfstabilisatoren
- Bewegungskontrolle des Thorax
- Rumpfkontrolle
- Verbesserung der Ganzkörperspannung (Übungen für Rumpf, Hüftgelenk, Bauch, Thorax)
- Kontrolle der zentralen Stabilisatoren.
Angeboten werden Übungen unterschiedlichen Schwierigkeitsniveaus, die sehr anschaulich in Wort und Bild präsentiert werden. Dabei wird auch durchgängig der Übungsansatz des Buches verdeutlicht, die tiefer liegenden stabilisierenden Systeme aufzubauen und anzusteuern, bevor die Mobilisatoren aktiviert und entwickelt werden.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Stuttgart
Haug
2006
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| Seiten: | 83 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |