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Sportverletzungen

Ein plötzlicher, stechender Schmerz in der Schulter nach einer Kraftübung am Fitnessgerät oder ein deutlich hörbares Knirschen im Knie nach der Landung beim Volleyball, Handball oder Basketball sind oftmals die ersten Anzeichen dafür, dass hier etwas "schief gelaufen" ist und Knochen, Gelenke, Bänder oder Muskeln verletzt sind. Leider gehören diese Erlebnisse zum sportlichen Alltag in allen Leistungs- und Altersklassen. Wie aber damit umgehen und noch wichtiger, was kann man tun, um zukünftig eine Wiederholung zu vermeiden? Für die typischsten Verletzungen, die im Zusammenhang mit sportlichem Training und Wettkampf auftreten, liefert das kompakte Buch des Autorenteams um Joe Kita eine Übersicht zu Entstehungsmechanismen, Behandlungsansätzen und möglichen Therapie- bzw. Rehabilitationsformen. Dabei gehen die Autoren davon aus, dass die Anwendung ihrer PECH-Grundregel (Pausieren, Eisbeutel, Compression und Hochlagern) in Akutsituationen in vielen Fällen eine effektive Variante darstellt, um den eingetretenen Zustand zu stabilisieren und dass gleichzeitig die Heilung damit effektiv unterstützt werden kann. Das trifft natürlich nur auf Verletzungen zu, die keine umfassenden medizinischen Maßnahmen oder gar chirurgische Eingriffe erfordern. Auch eine Konsultation eines Facharztes wird damit nicht unnötig gemacht. Bis dahin kann die beherzte und konsequente Anwendung der Regel aber eine sinnvolle Maßnahme sein. Die PECH-Regel findet sich deshalb auch in vielen Behandlungsszenarien wieder, die vom Autorenteam für die verschiedenen Sportverletzungen entwickelt wurden. Diese werden nach den betroffenen Körperregionen in Fuß-, Knöchel- und Unterschenkelverletzungen Kniebeschwerden Oberschenkel-, Hüft- und Beckenverletzungen Rücken- und Nackenbeschwerden Schulterverletzungen sowie Ellenbogen-, Unterarm-, Handgelenk- und Handbeschwerden gegliedert vorgestellt. Aktive Sportler, die bereits mehrfach mit Verletzungen wie Zerrungen, Stauchungen, Bänderrissen oder Knochenfrakturen zu tun hatten, werden hier die Symptome wieder finden, die sie im Verletzungsfall durchlebt haben. Ihnen wird auch kurz erläutert, wie es in vielen Fällen zu den Verletzungen kam, welche Bewegung oder Überlastung dazu führen können und in welchen Sportarten dieser Verletzungstyp verstärkt auftreten kann. Allerdings kann der Leser nicht erwarten, dass hier detailgenau und sehr differenziert die verschiedenen Möglichkeiten des Verletzungsgeschehens vorgestellt werden können, diese Aufgabe stellen sich die Autoren nicht. Ihr Hauptinteresse liegt in der Präsentation von Übungsprogrammen, die in der Rehabilitationsphase (die sie gleichzeitig auch als präventive Phase verstehen) von den Sportlerinnen und Sportlern selbst durchgeführt werden können. Die Ziele bestehen darin, durch ausgewählte Übungen eine Kräftigung der Muskulatur, eine Verbesserung der Beweglichkeit oder des allgemeinen Fitnesszustandes des ehemals Verletzten zu erreichen. DieÜbungen werden sehr gut beschrieben, denn eine korrekte, medizinisch unbedenkliche Ausführung jeder einzelnen Übung stellt eine grundlegende Voraussetzung für ihren Beitrag zur Erfüllung der sportlichen und medizinischen Ziele dar. Sie können so zu einer sinnvollen Ergänzung von physiotherapeutischen Programmen werden und zu einer schnellen Rückkehr in den sportlichen Übungs- und Trainingsbetrieb beitragen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Tagging:Sprunggelenk
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Reinbek bei Hamburg Rowohlt Taschenbuch Verlag 2006
Ausgabe:Reinbeck b. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag. - 96 S.
Seiten:96
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel