Zusammenhang zwischen RPE und Blutlaktatkonzentration im Krafttraining

Die Quantifizierung der Beanspruchung im Krafttraining ist für die Trainingssteuerung essenziell, jedoch mit methodischen Schwierigkeiten verbunden. Daraus leitet sich das Ziel dieser Studie ab, die Laktatleistungsdiagnostik bei einem Hypertrophietraining zusammen mit verschiedenen Formen der RPESkala (rating of perceived exertion) anzuwenden. Damit sollen Aussagen über die Validität der RPE-Skala zu verschiedenen Abfragezeitpunkten getroffen werden. Hierfür wurden zwei Studien mit männlichen Probanden durchgeführt (Studie 1: n=10, 2 3.7 ± 2.8 Jahre; Studie 2: n=16, 24.9 ± 2.0 Jahre). In beiden Studien wurde jede Übung mit 3 Sätzen (Satzpause 3 min), einem Spannungswiderstand von 8-RM und der Zielvorgabe von 8 Wiederholungen absolviert. Blutlaktat wurde zwei Minuten nach Ende des Satzes sowie vor jeder Übung entnommen. RPE wurden sowohl zeitgleich zur Laktatmessung als auch direkt nach dem Satz in unterschiedlichen Formen abgefragt. Die Ergebnisse zeigen mittlere Zusammenhänge zwischen subjektiver Wahrnehmung mittels RPE und Laktatkonzentrationen (mittlere Korrelationen von r=0.55-0.71). Zwischen RPE-O (gesamter Körper) direkt nach der Belastung und den Laktatwerten liegen mit mittleren Korrelationen von r=0.71 die höchsten Zusammenhänge vor. Für die maximalen Laktatwerte der Probanden wurde ein Range von 4.59-15.22 mmol/l gemessen. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass sich die subjektive Wahrnehmung der Ermüdung durch ein Hypertrophietraining auf individueller Ebene ähnlich verhält wie die Blutlaktatkonzentration. Hierbei sind die verschiedenen Formen der RPE-Skalen isoliert zu betrachten. Die grosse Spannweite der maximalen Laktatwerte spricht für sehr unterschiedliche individuelle physiologische Reaktionen auf vergleichbare Trainingsreize, sowie eine hohe Abhängigkeit der Höhe des messbaren Laktats und der eingesetzten Muskelmasse. Daraus ergibt sich die Empfehlung, die Beanspruchungsdiagnostik im Hypertrophietraining vor allem im Längsschnitt unter möglichst konstanten Bedingungen einzusetzen. Jedoch ist eine zuverlässige Empfehlung für die Wahl eines geeigneten Diagnoseparameters zur Quantifizierung der Beanspruchung im Krafttraining nicht möglich.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Schweizerische Zeitschrift für Sportmedizin und Sporttraumatologie
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2014
Online-Zugang:http://www.sgsm.ch/fileadmin/user_upload/Zeitschrift/62-2014-1/01-2014_4_Brown.pdf
Jahrgang:62
Heft:1
Seiten:39-48
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch