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Physiologie der gonadotropen Achse bei Leistungssport

Bei bis zu 79% der Leistungssportlerinnen werden Störungen des Menstruationszyklus mit verspäteter Menarche, Oligomenorrhö oder sogar Amenorrhö beobachtet. Die wesentliche Ursache der leistungssportbedingten Zyklusanomalien ist eine Störung der rhythmischen, pulsatilen Ausschüttung des hypothalamischen Gonadotropin-releasing-Hormons (GnRH) mit konsekutiv reduzierter Stimulation der hypophysären Gonadotropinausschüttung [luteinisierendes Hormon (LH) und follikelstimulierendes Hormon (FSH)]. Hauptursache hierfür ist die Aktivierung der "Stressachse" (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) mit erhöhter Ausscheidung von Cortisol bzw. Androgenmetaboliten sowie eine leistungssportbedingte Hyperprolaktinämie. Ein weiterer Grund für die leistungssportinduzierte Amenorrhö, die sog. "Athletic amenorrhoea", ist die in diversen Sportarten häufig beobachtete Unter- und Fehlernährung bzw. gelegentlich auftretende Anorexie ("Anorexia athletica"). Der minimale Anteil des relativen Fettgewebes für die Menarche beträgt 17-23%, für stabile ovulatorische Zyklen mindestens 22% des Körpergewichtes. Diese Werte werden in entsprechenden Risikosportarten (ästhetische Disziplinen wie Kunstturnen oder Ballett, Langstreckenlauf, Gewichtsklassensportarten) häufig unterschritten.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:technische Sportarten Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Gynäkologische Endokrinologie
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2010
Online-Zugang:http://doi.org/10.1007/s10304-010-0369-7
Jahrgang:8
Heft:4
Seiten:236-239
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel