Perzeptuelle Expertise im Sport

Dieser Beitrag gibt einen Überblick über den Zusammenhang von Expertise und perzeptuellen Leistungen im Sport. Ausgangspunkt ist dabei die Frage, inwieweit der Begriff "Expertise" definiert und im Rahmen der sportwissenschaftlichen Wahrnehmungsforschung einheitlich verwendet wird. Probleme, die aus einer uneinheitlichen Verwendung resultieren, werden diskutiert. Anschließend werden die methodischen Verfahren, die zur Bestimmung der perzeptuellen Leistungsdifferenzen zwischen Experten und Novizen herangezogen werden, kritisch betrachtet und hinsichtlich ihrer Grenzen erörtert. Dazu zählen sowohl die Blickbewegungsregistrierung als auch das temporal und event occlusion Paradigma (zeitliche und räumliche Verschlusstechnik). Die Erkenntnisse aus Studien, die diese Verfahren zur Identifizierung des perzeptuellen Leistungsvermögens von Experten und Novizen anwenden, werden vermehrt genutzt, um Programme für das Wahrnehmungstraining zu entwickeln. Dabei kann man zwischen allgemeinem und sportartspezifischem Wahrnehmungstraining unterscheiden. Diese Formen des Wahrnehmungstrainings werden dargestellt und hinsichtlich ihrer Implikationen für die Sport- und Trainingspraxis diskutiert. Die abschließende Diskussion fasst einerseits den derzeitigen Forschungsstand zum Thema "perzeptuelle Expertise" zusammen und gibt andererseits einen Ausblick auf zukünftig verstärkt zu behandelnde Fragen und Aufgaben.
© Copyright 2006 Sportwissenschaft. Springer. Veröffentlicht von Hofmann Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Sozial- und Geisteswissenschaften
Veröffentlicht in:Sportwissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Schorndorf Hofmann Verlag 2006
Online-Zugang:https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/sportpsychologie/pd/sportwissenschaft_canal_bruland_abstract.pdf
Jahrgang:36
Heft:3
Seiten:321-334
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch