Diagnostik von Stressfrakturen bei Jugendlichen

Stressfrakturen stellen eine Reaktion gesunden Knochens auf inadäquate, submaximale, wiederholte Belastungen dar, welche vor allem bei Sportlern beobachtet werden. Beim Erwachsenen stellen Stressfrakturen ein gut verstandenes und ausreichend charakterisiertes Krankheitsbild mit guter Prognose dar. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher pathophysiologischer Voraussetzungen werden Stressfrakturen beim Patienten mit unausgereiftem Skelettsystem nur selten beobachtet und es existieren nur wenige Daten. In die vorliegende Studie wurden 35 Jugendliche mit 40 Stressfrakturen eingeschlossen und bezüglich der durchgeführten Diagnostik, Therapie und des klinischen Behandlungsergebnisses evaluiert. Der Nachuntersuchungszeitraum betrug im Schnitt 4,7 Jahre (Standardabweichung [SD] ± 2,45, min. 12 Monate/max. 13 Jahre). Das Alter der Patienten betrug im Mittel 12 Jahre (SD ± 4,31, min. 22 Monate/max. 17 Jahre 1 Monat). Bezüglich der bei Erstvorstellung beschriebenen Beschwerdesymptomatik wurden in 19 Fällen belastungsabhängige Schmerzen als beschwerdeführend angegeben, über Ruheschmerzen berichteten 9 Patienten, über eine zusätzlich vorhandene Schwellung 12 Patienten. Alle untersuchten Patienten gaben jedoch Schmerz als beschwerdeführendes Symptom an. Röntgenologisch zeigte sich in 12 von 40 Fällen ein unauffälliger Befund, in 14 Fällen war eine Periostreaktion sichtbar und in 14 Fällen konnte röntgenologisch eine Frakturlinie nachgewiesen werden. Eine Kernspintomographie (MRT) wurde in 24 Fällen durchgeführt (darunter die 12 Fälle mit unauffälligem Röntgenbild). In sämtlichen MRT Untersuchungen ergaben sich Veränderungen der Signalintensität im Frakturbereich. Bei initial röntgenologisch häufig unauffälligem oder unspezifischem Befund ist die Kenntnis der charakteristischen Anamnese und beschriebenen Beschwerdesymptomatik wichtig, um eine weitere Abklärung z. B. mittels MRT einzuleiten. Nur nach früher Diagnosestellung können so eine konsequente Therapie eingeleitet werden und gute Behandlungsergebnisse erreicht werden.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Sportverletzung Sportschaden
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2005
Online-Zugang:https://doi.org/10.1055/s-2005-858814
Jahrgang:19
Heft:4
Seiten:205-210
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch