Stressfraktur - Ermüdungsbruch - Stressreaktion
Stressfrakturen gehören zu den relativ häufigen - oft aber erst spät erkannten - Überlastungsschäden des passiven Bewegungsapparates. Der Sportmediziner muss bei entsprechender Symptomatik an diese Diagnose denken und sie durch entsprechende diagnostische Maßnahmen sichern bzw. ausschließen. Beweisend ist ein positiver Röntgenbefund, der entsprechende Nachweis gelingt jedoch oft erst nach 2-4 Wochen. Im Zweifelsfalle kann eine Szintigraphie oder eine Kernspintomographie in der Frühphase die Diagnose sichern. Gerade die Kernspintomographie gestattet eine Klassifizierung mit entsprechenden Konsequenzen für die Therapie. Stressfrakturen treten hauptsächlich im Bereich der unteren Extremität auf und setzen eine häufige, meist zyklische überschwellige Belastung voraus. Einzige kausale Therapie eines Überlastungssyndroms ist letztlich die Reduzierung der Belastung. Nach Ausheilung einer Stressfraktur ist mit dem Athleten ausführlich über die Ursache der Überlastung zu sprechen, er ist durch ein modifiziertes, vorsichtiges Aufbautraining wieder an seine ursprüngliche Leistungsfähigkeit heranzuführen. Die Therapie von Ermüdungsfrakturen kann symptomatisch durch Analgetika und physiotherapeutische Maßnahmen unterstützt werden. Ferner sind Risikofaktoren aufzudecken und nach Möglichkeit auszuschalten. Bei jungen weiblichen Patienten muss auf die Bedeutung von evtl. Menstruationsstörungen und Essstörungen als Risikofaktor hingewiesen werden. Dämpfende Einlegesohlen reduzieren im allgemeinen lediglich die Belastung der Mittelfußknochen, sind in ihrer Wirksamkeit insgesamt eher fragwürdig. Anatomische Fehlformen und Gangauffälligkeiten können mit dem Athleten diskutiert, oft aber nur schwer beseitigt werden. Die überwiegende Zahl von Stressfrakturen heilt bei konservativer Therapie innerhalb von 6-8 Wochen aus. Frakturen in einigen speziellen Bereichen (vorderer Tibiaschaft, Os naviculare, Basis des Metatarsale V) sind problematisch und können operative Maßnahmen erfordern.
Stress fractures are among the relatively frequent - but often not immediately recognized - overexertion injuries to the passive locomotion apparatus. The sports doctor must think of this diagnosis in the face of corresponding symptoms and either confirm or rule it out by means of appropriate diagnostic procedures. A positive X-ray finding is confirmatory, but corresponding proof is often not possible for 2-4 weeks. Where there is doubt, scintigraphy or magnet resonance tomography can confirm the diagnosis in the early stages. Magnetic resonance tomography especially permits classification with corresponding conse-quences for therapy. Stress fractures occur mainly in the lower extremities and result from frequent, usually cyclical overexertion. The only causal therapy of an overexertion syndrome is reduction of stress. After a stress fracture is healed, the athlete must be made completely aware of the causes of overexertion and must be brought back to his earlier performance capacity by modified, carefully designed scaled training.
Therapy of fatigue fractures may be supported symptomatically by analgesics and physiotherapeutic measures. Moreover, risk factors must be detected and eliminated wherever possible. Young women must be informed of the importance of possible menstruation problems and eating disorders as risk factors. Shockabsorbing innersoles generally only reduce the stress on the middle foot bones, but they are of questionable value overall. Anatomic malformations and gait peculiarities can be discussed with the athletes but are often difficult to correct. The majority of stress fractures heal within 6-8 weeks under conservative therapy.Fractures in some particular areas (anterior tibial shaft, Os naviculare, base of the metatarsal V) are problematical and may require surgical procedures.
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Veröffentlicht in: | Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2001
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| Online-Zugang: | https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2001/heft04/a02_0401.pdf |
| Jahrgang: | 52 |
| Heft: | 4 |
| Seiten: | 124-128 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | mittel |