357

Konflikte in Sportspielmannschaften des Spitzensports : Entstehung und Management

Die Frage, ob Konflikte in Sportspielmannschaften - seien es Probleme zwischen Trainer und Spieler(n) oder zwischen Spielern - erfolgsrelevant sind, wird gerade dann diskutiert, und das dann oftmals in der Öffentlichkeit, wenn sportliche Misserfolge eingetreten sind, obwohl eine nüchterne Bewertung der sportlichen Leistungsfähigkeit der Einzelspieler dies nicht hatte erwarten lassen. Die in diesem Zusammenhang deutlich werdenden Standardlösungen von Konflikten weisen auf Defizite hinsichtlich des Wissens um Konflikte und der Fähigkeiten der Konfliktlösung bei den Beteiligten hin bzw. auf unzureichende Strukturen in den betroffenen Vereinen. Auch die Sportwissenschaft hat sich diesem Thema bisher nur unzureichend angenommen. Dies sind die Hauptgründe, weswegen sich der Autor folgenden inhaltlichen Schwerpunkten widmet: - Welche Mechanismen liegen der Entstehung und dem Verlauf von Konflikten in Sportspielmannschaften des Spitzensportbereichs zugrunde? - Wie sollte mit Konflikten in Sportspielmannschaften umgegangen werden, damit negative Folgen der Konflikte weitgehend vermieden, positive Leistungen dagegen ausgenutzt werden können? Basierend auf der wissenschaftlichen Analyse dieser beiden Fragen soll eine Theorie des Konflikts und des Konfliktmanagements in Sportspielmannschaften entwickelt werden. Dazu setzt sich der Autor eingangs mit verschiedenen soziologischen Theorien auseinander, deren Gegenstand die Entstehung und Bewältigung von Konflikten ist. Davon ausgehend entwickelt er einen eigenen theoretischen Ansatz: Konflikte als soziale Systeme sind als Zusammenhänge kommunizierter Widersprüche zu begreifen, wobei die Form des kommunizierten Widerspruchs sowohl eine verbale als auch eine nonverbale sein kann. Dieser theoretische Ansatz wird anschließend auf seine praktische Reflektion in der Sportpraxis reflektiert. Dazu dienen sowohl theoretische Überlegungen als auch empirische Ergebnisse und eine Fallstudie aus dem Hallenhandball. Dem Autor gelingt es letztlich, daraus ein Konfliktmanagementkonzept abzuleiten, das in Sportspielmannschaften zur Anwendung kommen kann. Dieses ist mehrstufig und bezieht sowohl das Management von Konfliktpotenzialen als auch von Konfliktverläufen ein. Damit liefert das Buch zweifelsohne einen interessanten und nützlichen Beitrag, um Verantwortlichen von Sportspielmannschaften eine Handreichung für die Bewältigung von Konflikten an die Hand zu geben.
© Copyright 2002 Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Schorndorf 2002
Ausgabe:Schorndorf: Hofmann, 2002.- 296 S. (Reihe Sportsoziologie; Bd. 2)
Schriftenreihe:Reihe Sportsoziologie, 2
Seiten:296
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel