3048176

Stressmedizin. Beratung, Vorbeugung, Behandlung

Stress in sehr unterschiedlichen Ausprägungen ist für immer mehr Frauen und Männer, aber auch Jugendliche und leider auch Kinder in den letzten Jahren zu einem zeitweisen oder gar ständigen Begleiter geworden. Die Zahl derer, die in der Ausbildung, im Beruf, in der Familie und/oder auch in der Freizeit in stressige Situationen geraten und das auch so empfinden, wächst kontinuierlich, ja mehr noch, sie wächst sprunghaft. Die "Verdichtung" des Lebens, in dem immer mehr mit immer weniger Zeit, aber immer besser geschafft werden soll, hat dazu geführt, dass sich die Stressmedizin inzwischen sowohl in der Medizin, aber eben auch in der täglichen Lebenswirklichkeit etabliert hat und immer stärker nachgefragt wird. Die von der Stressmedizin geleistete Betrachtung des "physiologischen und pathophysiologischen Zusammenhangs zwischen Stress, Verhalten, Gesundheit, Leistungssteigerung, Krankheit und Behandlung von stressbedingten Auswirkungen" erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Medizin, Arbeits- und Personalmanagement und Unternehmensführung, wenn langfristig gute Lösungen gefunden, die Leistungsfähigkeit der Betroffenen (und auch der potenziell Gefährdeten) wiederhergestellt, erhalten und weiter verbessert werden soll. Gleiches gilt für den Umgang mit Stress in der Schule oder auch im Sportverein, wo es eines gemeinsamen Denk- und Handlungsansatzes aller Beteiligten vom Vereinsvorsitzenden über Trainer, Übungsleiter, Mannschaftsärzte mit den Aktiven (und deren Familien) bedarf, um Stress erfolgreich zu bekämpfen: Denn Stress ist kein ausschließlich medizinisches Problem, es ist mehr ein gesellschaftliches und wirtschaftlich bedeutsames Phänomen mit inzwischen Konsequenzen in allen Teilbereichen des gesellschaftlichen Lebens, darunter auch dem Sport. Dem Sport selbst wird durch seine Spezifik von Training- und Wettkampfsituationen ein kontinuierliches Maß an Stress zugeschrieben, geht es doch um die direkte Auseinandersetzung mit sportlichen Konkurrenten, um das Erlernen von neuen Bewegungen oder das Erreichen neuer individueller Bestleistungen unter innerem und äußerem Druck. Und so sind alle Beteiligten aufzufordern, sich mit den Ursachen und Konsequenzen von Stress zu befassen, um diesen zu verstehen, ihn auch positiv verarbeiten und damit (sportliche) Ziele erreichen zu können. Es muss allen Beteiligten darum gehen, Ursachen von Stressoren zu erkennen und für diese komplexen Situationen geeignete spezielle Ansätze zu entwickeln, wie in unterschiedlichen Situationen (im Job, bei schulischen Prüfungen oder im sportlichen Training und Wettkampf) damit umzugehen ist und wie der Stress nicht so groß und/oder so anhaltend wird, dass er zu negativen Konsequenzen führt. Angesichts der sich in den letzten Jahren schnell in unterschiedlichste Alters- und Lebensbereiche ausdehnenden Problemfeldes des Stress sind durch Medizin und Psychologie deutlich mehr Themen wissenschaftlich untersucht worden, mehr Erkenntnisse gewonnen und einer praktischen Umsetzung zugeführt worden, um dem Stress besser Herr werden zu können. Der von Christoph Haurand, Heiko Ullrich und Matthias Weniger herausgegebene und Beiträge von 25 Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis umfassende Sammelband bietet allen am Thema Stress Interessierten wie auch allen bereits davon Betroffenen eine disziplinübergreifende, oftmals interdisziplinäre Betrachtung von Stress bezogenen Themen. Diese reichen von körperlichen Erkrankungen, die durch Stress ausgelöst und/oder verschlechtert werden (können) über die weit verbreiteten seelischen Probleme wie Depressionen und Burn-Out bis zu Möglichkeiten der Stressdiagnostik und geeigneten therapeutischen Interventionen (wie Entspannungsmethoden oder durch den Patienten selbst zu organisierende Hilfe mit Sport und einer verbesserten Selbstorganisation), wenn Stress diagnostiziert wurde. Im abschließenden Kapitel wird durch die Autoren der Fokus darauf gerichtet, wie im Arbeitsalltag durch das Zusammenwirken vom Arbeitgeber insgesamt, verantwortlichen leitenden Mitarbeitern und den Mitarbeitern präventiv agiert werden kann, wie Risiken für den Stressaufbau identifiziert ermittelt und gemeinsam bekämpft werden können und wie erkannte Ursachen von Stress beseitigt werden können. Inhalt I Grundlagen 1 Stress und Stressmedizin - eine Einführung 2 Physiologie des Stresses 3 Verhalten unter Stress 4 Das Paradoxon der digitalen Zeit II Stress und körperliche Erkrankungen 1 Herz und Stress 2 Stress und Orthopädie 3 Stress und Magen-Darm-Trakt 4 Stress im Kindes- und Jugendalter 5 Stress und Diabetes mellitus 6 Stresserleben und Stressbewältigung aus psychosomatischer Sicht anhand von Fallbeispielen III Stress und seelische Störungen 1 Stresswirkung auf das Gehirn 2 Systematische psychiatrische Diagnostik der affektiven Störungen 3 Depression 4 Burn-out-Syndrom IV Stressdiagnostik 1 Diagnostik von Stressfolgen 2 Fragebögen zur Ermittlung von Stress und stressbedingten Belastungen 3 Diagnostik der Stressoren V Therapeutische Interventionen 1 Gesprächsführung in der Stressmedizin 2 Mensch, steh auf! Widerstandskraft stärken und Stress vorbeugen. Resilienzfaktoren und Ressourcen 3 Entspannungsverfahren 4 Selbstorganisation 5 Bewegung und Sport als Therapieoption bei stressbedingten Erkrankungen VI Stress und Arbeitswelt - betriebliches Gesundheitsmanagement 1 Die wirtschaftliche Bedeutung von Stress 2 Berücksichtigung psychischer Belastungen bei der Arbeitssicherheit und deren Anwendung in der Gefährdungsbeurteilung 3 Personalentwicklung 4 Employee Assistance Program (EAP) 5 Change Management 6 Unternehmensinterne Kommunikation: Mitarbeiter einbeziehen, Sensibilität herstellen, Verhalten positiv verändern
© Copyright 2015 Veröffentlicht von Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Tagging:Burnout
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Berlin Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2015
Seiten:300
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch