Selbstmanagement und excellente Leistung. Sportler und Manager im Vergleich
Die Arbeit stellt eine empirische Untersuchung zum Thema Selbstmanagement exzellenter Leistungsträger dar. Ihr liegt die Hypothese zugrunde, dass Selbstmanagement eine zentrale individuelle Voraussetzung für die Erbringung exzellenter Leistungen ist und dabei sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede in den Domänen Sport und Management zu finden sind. Die Arbeit hat folgende Ziele:
• Darstellung des Zusammenhangs von exzellenter Leistung und Selbstmanagement
• Charakterisierung eines Selbstmanagements exzellenter Leistungsträger in Sport und Management
• Gegenüberstellung theoretischer und empirischer Erkenntnisse
• Identifikation domänenspezifischer Selbstmanagementaspekte.
Im ersten Teil der Arbeit werden die theoretischen Grundlagen erarbeitet. Den Anfang bildet dabei die Bestimmung der für diese Arbeit zentralen Begriffe Selbstmanagement und exzellente Leistung sowie eine Gegenüberstellung der Domänen Sport und Management. Kapitel 3 dient der theoretischen Aufarbeitung ausgewählter Konzepte der Selbstmanagementforschung. Ergänzend dazu werden in Kapitel 4 aktuelle Konzepte zur Erforschung exzellenter Leistungen vorgestellt, aus denen sich konkrete Bezüge zum Thema Selbstmanagement ableiten lassen. Herangezogen werden dazu beispielsweise Konstrukte wie Deliberate Practice, Selbstregulation, Selbstwirksamkeitserwartung und Selbstmotivierungsüberzeugungen sowie Zielanspruchsniveau. In einem nächsten Schritt werden in Kapitel 5 zunächst die jeweilige Begriffsbesetzung und der jeweilige Forschungsstand zum Thema Selbstmanagement in den Domänen Sport und Management erläutert. Sodann werden empirische Befunde zu selbstmanagementrelevanten Leistungsfaktoren aus den einzelnen Domänen aufgezeigt und auf bestehende Forschungsdefizite verwiesen. Den Abschluss des Theorieteils (Kapitel 6) bildet ein Gesamtfazit der bisherigen Erkenntnisse, aus denen erste Schlussfolgerungen für die folgende empirische Untersuchung abgeleitet werden. Das heißt, aus den unterschiedlichen theoretischen Zugängen werden jene selbstmanagementrelevanten Gegenstandsbereiche herausgefiltert, die wichtige Ansatzpunkte für die Befragung exzellenter Leistungsträger aus Sport und Management liefern.
Der zweite Teil der Arbeit umfasst die Darstellung der methodischen Grundlagen sowie der empirischen Ergebnisse. In Kapitel 7 wird zunächst die Methodenwahl begründet und der methodische Zugang der Arbeit im Rahmen einer qualitativen Befragung beschrieben. Die Auswertungsergebnisse werden im sich anschließenden Kapitel 8 vorgestellt. Dazu werden die selbstmanagementbezogenen Aussagen von Spitzensportlern und Spitzenmanagern anhand ausgewiesener Kategorien zunächst jeweils domänenspezifisch und anschließend in vergleichender Gegenüberstellung dargestellt.
Im Kapitel 9 erfolgt die Diskussion der Ergebnisse.
Die Gesamtdiskussion in Kapitel 10 bildet den Rahmen für einen übergreifenden Bezug zwischen Theorie und Empirie, wobei auch vertiefende bzw. weiterführende Betrachtungsmöglichkeiten des Selbstmanagements exzellenter Leistungsträger thematisiert und anhand eines Modellvorschlags systematisiert werden. Das Kapitel beinhaltet zudem eine rückblickende Diskussion und qualitative Einschätzung des methodischen Vorgehens und gibt einen Ausblick auf mögliche fortführende Forschungsfragen und -felder.
Abschließend werden das Vorgehen und die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und einige generalisierende Hypothesen für den Zusammenhang zwischen Selbstmanagement und dem Erbringen und Erhalten exzellenter Leistungen formuliert.
Zum Abschluss der Arbeit lassen sich folgende zentrale Erkenntnisse und Schlussfolgerungen festhalten:
• Selbstmanagement als Exzellenzfaktor: Selbstmanagement stellt ein Grundelement exzellenter Leistungen in Sport und Management dar, das als verbindende und steuernde Größe innerhalb des Spektrums relevanter Leistungsfaktoren und Lebensbereiche fungiert.
• Spezielles Selbstmanagement an der Spitze: Manager und Sportler im Spitzensegment ihrer Domäne sorgen mit dem von ihnen praktizierten Selbstmanagement dafür, dass ihre persönlichen Erfolgspotenziale zur gegebenen Zeit am speziellen Ort und im jeweiligen Umfeld mit den gegebenen Mitteln zur Entfaltung kommen, und sie sind in der Lage, ihr Vorgehen durch Selbstmanagement am Selbstmanagement zu perfektionieren. Die umfangreichen Gemeinsamkeiten, die sich dabei im Selbstmanagement beider Domänenvertreter erkennen lassen, können als Bestandteile eines domänenübergreifenden Selbstmanagements exzellenter Leistungsträger verstanden werden.
• Spezifizierung verschiedener Selbstmanagementkomponenten exzellenter Leistung: Die vorliegende Arbeit identifiziert für exzellente Leistungsträger relevante Selbststeuerungsbereiche, konkretisiert deren domänenspezifisches Selbstmanagementwissen sowie deren besondere Selbstmanagementkompetenzen und trägt damit zu einer Systematisierung der verschiedenen Selbstmanagementebenen bei. Sie belegt anhand zahlreicher Beispiele die in der Praxis angewandten Selbstmanagementstrategien und -instrumente und verweist auf ein mögliches integratives heuristisches Verlaufsmodell von Selbstmanagement.
• Wechselseitige Lernimpulse: Vorhandene Unterschiede im Selbstmanagement exzellenter Manager und Sportler verweisen auf wechselseitige Lernmöglichkeiten, die in der jeweils anderen Domäne zum Erhalt und zur weiteren Steigerung von Leistung genutzt werden können.
• Vorhandenes Verbesserungspotenzial: Exzellente Leistungsträger konstatieren an mehreren Stellen Lern-und Optimierungsbedarf hinsichtlich ihres persönlichen Selbstmanagements. Zudem stehen einige der in der Forschung als relevant identifizierten Selbstmanagementkomponenten offensichtlich noch zu wenig im Fokus der Betroffenen, was auf Steigerungspotenzial hinsichtlich des individuellen Leistungsniveaus auch bei Leistungsträgern schließen lässt, die in ihrer Domänen bereits Spitzenniveau erreicht haben.
• Selbstmanagement - ein vernachlässigter Exzellenzfaktor: Sowohl die theoretische Analyse als auch die vorliegenden Untersuchungsergebnisse führen zu der Erkenntnis, dass Selbstmanagement in der Praxis ein noch wenig berücksichtigter Leistungs- und Exzellenzfaktor ist, der weiterer Forschung bedarf.
• Weiterführende Forschungsperspektiven: Den vorliegenden Erkenntnissen zufolge stellt der Selbstmanagementvorgang an sich eine hochkomplexe Steuerungstätigkeit dar, die - u.a. hinsichtlich der Abstimmung zwischen bewusster Steuerung und nicht bewussten Steuerungsvorgängen sowie dem Körperbezug - vertiefender wissenschaftlicher Überprüfung und Analyse unterzogen werden sollte.
• Praxisrelevanz der Ergebnisse: Auch bei der praktischen Betreuung und Begleitung exzellenter Leistungsträger sowie Potenzialträger sämtlicher Domänen in Form von Beratung, Training und Coaching sollte die Förderung und Entwicklung von Selbstmanagementkompetenz als zentraler Stellhebel für Leistungsexzellenz mehr Berücksichtigung finden als bisher. Die vorliegende Arbeit liefert wichtige Erkenntnisse, welche Selbstmanagementkomponenten in welcher Karrierephase hierbei besonders zu beachten sind.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Weinheim
Verlagsgruppe Beltz
2014
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| Seiten: | 367 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |