Poledance Passion. Technik, Training, Leidenschaft

Ein erster Blick nur auf den Titel dieses großformatigen Buchs wird manch einen wohl zuerst an Sinnlichkeit und Erotik denken lassen, was schon verständlich ist, aber bei weitem nicht dem Facettenreichtum - und auch der Geschichte - dieser ästhetischen Sportart gerecht wird. Denn den Poledance als Stangenakrobatik gab es schon vor vielen Jahrhunderten in China und in verschiedenen Indianerstämmen. Die Wurzeln des Poledance reichen in der Menschheitsgeschichte weit zurück und diese Form der ästhetischen Bewegung und des Tanzes um und an einer Stange war immer Ausdruck von Gesundheit und Lebenskraft. Und in verschiedenen aktuellen TV-Formaten haben wirkliche Könner des Poledance dafür gesorgt, dass diese akrobatische Sportart wieder als solche wahrgenommen und mit Staunen bis hin zur Begeisterung aufgenommen, und nicht nur im Rotlichtmilieu verortet wird. Und wer jetzt mit Interesse die Präsentation von einzelnen technischen Elementen des Poledance in diesem Buch studiert erkennt schnell, dass es sich um eine konditionell wie auch koordinativ anspruchsvolle Sportart handelt, bei der - wie in allen anderen Sportarten auch - nur ein langfristiges Training zum sportlichen Erfolg führt. Dabei wird schnell deutlich, dass es sich beim Poledance nicht nur um die Erlernung und Perfektionierung von Bewegungen an der Stange dreht, sondern dass die ästhetische Präsentation, der Ausdruck von Gefühlen bis zur Leidenschaft ebenso Bestandteil des Poledance ist. Gerade diese sehr innige Verknüpfung von Gefühl und Bewegung macht die besondere Faszination des Poledance aus. Hier finden sich auch sehr viele Anknüpfungspunkte, Ähnlichkeiten oder Übereinstimmungen mit anderen technisch-akrobatischen Sportarten wie dem Gerätturnen oder dem Eiskunstlaufen. Spannend - und vielleicht im ersten Augenblick sogar überraschend - sind die Entwicklungsschritte vom Anfänger bis hin zum Profi mit einer riesigen Auswahl an Übungen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades und der gelungenen verbalen und photographisch gestützten Anleitung. Poledancetechniken werden in Spins, Haltefiguren, Zwischenschritte und Bodenfiguren untergliedert. Für jede der drei Leistungsgruppen präsentieren die drei Autorinnen eine Vielzahl von Techniken und erläutern den technischen Bewegungsablauf am Beispiel von Bewegungseckpunkten der einzelnen Technik. Die Übungen und Techniken sind so aufgebaut, dass Fortgeschrittene auf dem erworbenen Übungsgut des Anfängers aufbauen, dieses erweitern, zu komplizierteren, komplexeren und koordinativ und konditionell anspruchsvolleren Übungen weiterentwickeln können. So können sich Poledancer (und hier sei nochmal daran erinnert, dass es sich hierbei nicht nur um eine Sportart für Frauen handelt, was angesichts des Schwierigkeitsgrades gerade im Profibereich überhaupt nicht verwundert) einen Übungsvorrat aufbauen, der ihrem jeweiligen Leistungsvermögen entspricht und aus dem sie selbstständig eine längere Übung "komponieren" können. Zu einer geeigneten musikalischen Umrahmung kann diese dann präsentiert werden. Wer dann noch eine zusätzliche Inspiration braucht, der findet diese in den letzten Kapiteln des Poledance-Buchs, in denen faszinierende Bilder und Biographien der aktuellen Weltbesten einen Blick in den Hochleistungsbereich der Sportart ermöglichen und in denen die Karrieren der internationalen Top-Poledancer vorgestellt und ihre Motivation für das Poledancen nachvollziehbar gemacht wird. Insgesamt ist es ein höchst spannendes Buch zu einer Sportart, die immer wieder mit ihrer Verknüpfung von Akrobatik, Athletik, Kreativität, Musikalität und auch Sinnlichkeit überrascht, und die über viel Potenzial für mehr Anerkennung verfügt.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:technische Sportarten
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: München Copress-Verlag in der Stiebener Verlag GmbH 2013
Seiten:575
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel