Enzyklopädie Stretching. Anatomie, Fitness, Prävention
Wie wichtig ist es heutzutage, körperlich gut in Form zu sein? Eine spannende Frage, die sicherlich in allen Gesellschafts- und Lebensbereichen wichtig ist, auch in den nicht bewegungsintensiven. Antworten darauf, wann beispielweise wie oft und womit die körperliche Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit entwickelt und erhalten werden soll und kann, können je nach Alter, nach dem eigenen individuellen Leistungsanspruch, nach der beruflichen Position oder nach dem sportlichen Engagement unterschiedlich ausfallen. Angebote für die Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit gibt es für alle Alters- und Leistungsgruppen für ein eigenständiges Üben, für den organisierten Schul- und Vereinssport oder für kommerzielle Angebote im Bereich des Gesundheits- oder Rehabilitationssports zum Beispiel in Fitness-Studios.
Für das allgemeine Kraft-, Beweglichkeits- oder Ausdauertraining genauso wie für die grundlegende motorische Entwicklung werden Übungs- und Trainingsprogramme vorgestellt, für die langfristige sportartspezifische Ausbildung liegen Wissen und Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten vor, die in der Sportpraxis Anwendung finden.
Über diese traditionellen Sportangebote hinaus sind in den zurückliegenden Jahren aber auch Trainingsprogramme mit einem alternativen Inhalt entstanden, die ergänzend zum sportlichen Training eingesetzt werden können. Dazu zählen Yoga- und Tanzangebote genauso wie die Progressive Muskelrelaxation oder das autogene Training.
Mit ihrem Buch wollen Oscar Moran Esquerdo und Isabel Arechabala einen Aspekt in den Mittelpunkt rücken, der zwar in all diesen sportlichen und psychologischen Trainingsprogrammen integriert ist, dem aber aus der Sicht der Autoren noch mehr Bedeutung beigemessen werden sollte: Dem regelmäßigen Stretching auch als eigenständigem Trainingsinhalt und nicht nur innerhalb des Auf- und Abwärmens, sondern mit dem eigenständigen Trainingsziel der Verbesserung der Beweglichkeit der Trainierenden in einem oder mehreren Gelenken. Dazu sollen Stretchingübungen eingesetzt werden, mit den Reizschwellen beim Training erreicht werden. Dadurch kann die Beweglichkeit verbessert werden, ohne dass es zu Schmerzen kommt oder gesundheitliche Risiken entstehen. Dies kann in unterschiedlicher Form, mit differenzierter Belastungsintensität und -dauer erfolgen. Sanfte, aerobe Belastungen zum Beispiel können fünf bis zehn Minuten dauern, spezifischere Gelenkbelastungen mit höherer Intensität dauern eher kürzer, zwei bis drei Minuten, in ausgewählten Trainingssituationen können bewusst Zusatzlasten eingesetzt werden, um bestimmte Muskeln gezielt intensiver anzusprechen - wichtig ist den Autoren aber stets eine sanfte, kontrollierte Belastung, um das Trainingsziel tatsächlich erreichen zu können.
Bei der Entscheidung zu den eingesetzten Übungen muss die Art des Stretchings Beachtung finden:
- statisches Stretching (mit den Varianten aktiv-statisch und passiv-statisch)
- dynamisches Stretching (mit den Varianten explosiv oder ballistisch und geführtes Stretching)
- propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation.
Von grundlegender Bedeutung ist natürlich die Entscheidung, welche Muskel(n) im Stretchingprogramm bzw. in der einzelnen Übung mobilisiert werden sollen. Wenn das klar ist, bietet das Buch muskelgruppenspezifische Übungsideen für die Brust- und Rückenmuskeln, für Schultern und Nacken, für Bizeps und Trizeps, Unterarme und Hände, Bein-, Bauch- und Lendenmuskeln an. Damit liegt ein Übungsrepertoire vor, mit dem alle Körperregionen erreicht werden können. Die Einzelübung ist so gestaltet, dass entweder keine oder nur sehr einfache Trainings- oder Hilfsgeräte erforderlich sind. Durch die klare Übungsbeschreibung kann das Buch auch für das eigenständige Training in der häuslichen Umgebung genutzt werden, für Übungsleiter und Trainer bietet es aber ebenso eine Vielzahl von interessanten und abwechslungsreichen Ideen, um Stretchingübungen in verschiedenen Trainingsphasen durchzuführen oder auch um innerhalb des Beweglichkeitstrainings eigenständige Stretchingeinheiten zu konzipieren. Die im Anhang zusammengestellten Übersichten zu Beweglichkeitstests, zu den Bewegungen in den unterschiedlichen Körperregionen, zu Graden der Beweglichkeit und dem abschließenden Glossar, verstärken den Charakter des Praxisratgebers nochmals.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Königswinter
Heel
2009
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| Ausgabe: | Königswinter: Heel, 2009.- 240 S. |
| Seiten: | 240 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |