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Funktionelles Warm-Up und Training

Funktionelles Training fängt, natürlich möchten man sagen, schon mit dem Aufwärmen an. Themen in diesem Zusammenhang sind die Mobilität und Flexibilität von Gelenken. Dabei ist es um eine klare inhaltliche und definitorische Beschreibung und die klare Unterscheidung zwischen der Veränderung einer bestimmten Muskellänge einerseits und der Art und Weise, wie sich ein Gelenk bewegt, andererseits gegangen. In der Folge sind dann entsprechende Denkansätze wie das dreidimensionale Dehntraining nach Gray entstanden, die wiederum Grundlagen geschaffen und praktische Umsetzungsprogramme entwickelt haben, um einen höheren Nutzen bereits aus den ersten Minuten einer Trainingseinheit mit Aufwärmungsübungen zu erhalten. Die Aufwärmung als einleitender Bestandteil aller Trainingseinheiten hat in den letzten Jahren schrittweise eine größere Aufmerksamkeit erfahren, indem vorhandene wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen noch stärker in praktische Zusammenhänge gestellt wurden, eine zunehmende Sportartspezifik und Individualisierung des Aufwärmens zu erkennen ist. Dies liegt darin begründet, dass die Trainingsplanung und Übungszusammenstellung sehr genau davon ausgehen muss zu entscheiden, welche Bedürfnisse an jedem der beteiligten Gelenke vorliegen, welche Bewegungsmuster letztlich verbessert werden sollen und welche Körperbereiche mobil gemacht werden sollen, welche flexibler und welche stabil gehalten werden sollen. Innerhalb einer kurzen Zeitspanne von 5-10 Minuten müssen im Aufwärmtraining alle relevanten Gelenke, Muskeln und Körperregionen so angesprochen werden, dass im nachfolgenden Training, an dem sie auch wieder einer intensiven Belastung ausgesetzt sein können, ein optimales Ergebnis erreicht werden kann. Das von Michael Boyle vorgestellte praktische Übungsgut wendet sich genau dieser Aufgabe zu. Sein Programm folgt einem Gelenk-für-Gelenk-Ansatz, beginnt mit den Fußgelenken und "arbeitet" sich schrittweise nach oben durch den menschlichen Körper. Auf der "Reise" durch den Körper erläutert er sein Konzept und das von Kollegen, von denen er Ideen übernommen hat, zu den verschiedenen Körperregionen. So stellt er Übungen vor, um den Rumpf primär zu stabilisieren, da der Widerstand gegen Rotationskräfte die Hauptaufgabe des Rumpfs darstellt. Das heißt, es geht primär um eine Stabilisierung. Anders sind die Übungsvorschläge für zum Beispiel die Sprunggelenke oder die Hüfte gestaltet, für die es grundlegende und ergänzende Übungen gibt, mit denen Mobilität und Flexibilität verbessert werden können. Die dafür eingesetzten Übungen kommen ohne komplizierte Sport- und Trainingsgeräte aus, nutzen zum Beispiel eine Massagebank oder eine Medizinbox, einen Ball oder eine Hartschaumrolle (diese in verschiedenen Übungen auch zur Selbstmassage). Insgesamt bietet die DVD auf 97 Minuten ein Programm mit 48 funktionellen Übungen für Warm-up, Mobilisation, Kraftentwicklung, Stretching, mit denen eines der Hauptprobleme der Aufwärmung - die Verwendung von immer wieder gleichen Übungen - der Vergangenheit angehören sollte. Die DVD bietet aber ebenso interessante Fachinformationen zu den wissenschaftlichen Grundlagen der vorgestellten Konzepte, die dadurch sehr gut nachvollziehbar und verständlich werden.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: München riva Verlag 2012
Ausgabe:München: riva Verlag, 2012.- DVD, 97 Min.
Dokumentenarten:CD-ROM, DVD
Level:mittel