Ganzkörpertraining. Kraft, Beweglichkeit, Koordination

Eine Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema des Ganzkörpertrainings führt zwangsläufig zu konditionellen Fähigkeiten wie Kraft, Beweglichkeit und Koordination. Diese werden von Hans-Dieter Kempf in den Mittelpunkt seines Buchs gestellt. Deren Zusammenspiel ist eine Voraussetzung dafür, dass unterschiedliche Ziele, die mit dem Ganzkörpertraining verbunden sind und die von der Erhaltung der Gesundheit und der Steigerung des körperlichen Wohlbefindens bis zur Sicherung der sportlichen Belastbarkeit und der individuellen Leistungssteigerung reichen, erfüllt werden können. Dabei geht es nicht um die isolierte Betrachtung der Fähigkeiten. Es geht vielmehr darum, eine ganzheitliche Wirkung zu erzielen, nicht nur um eine additive Wirkung, sondern um reizcharakteristische Adaptationen gemeinsam mit positiven Kreuzadaptationen sowie psychosozialen Veränderungen. Diese Prozesse können nur auf der Grundlage von bio- und trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechend gesteuert werden. Ein wichtiger Eckpunkt dafür ist die Belastungssteuerung (zum Beispiel über die Herzschlagfrequenz oder das subjektive Belastungsempfinden), wichtig sind aber auch Kenntnisse zu den Wirkungen von Krafttraining in deren verschiedenen Ausprägungen (wie Kraftausdauer, Maximalkraft oder Schnellkraft) und dessen Steuerung, zu den Wirkungen von Beweglichkeitstraining (und dem Zusammenspiel von Übungen zur Lockerung sowie zum Dehnen, inklusive Stretching) sowie zu den Wirkungen von Koordinationstraining (mit Blick auf die verschiedenen Fähigkeiten von der Gleichgewichts- und der Reaktionsfähigkeit bis zur Kopplungs- und Umstellungsfähigkeit). Hier bietet das Buch einen summarischen Überblick mit Hinweisen auf grundlegende Erkenntnisse und deren Anwendung bei der Planung und Umsetzung von Ganzkörpertrainingsprogrammen. In der Folge greift der Autor auch methodisch-didaktische Themen auf, mit denen Therapeuten oder Übungsleiter sehr oft in der Trainingspraxis konfrontiert werden: Wie kann ich die Trainingsintensität beeinflussen? Welche Trainings- und Sportgeräte kann ich im Ganzkörpertraining gewinnbringend einsetzen? Welchen didaktischen Prinzipien sollte der Trainingsstundenaufbau folgen und welche inhaltliche Grundstruktur sollte die Trainingsstunde haben? Nachdem diese wichtigen Themen präsentiert wurden, wechselt das Buch in den trainingspraktischen Teil, der in die drei behandelten konditionellen Fähigkeiten untergliedert ist. Mit der zusammenfassenden Darstellung von sog. Hintergrundwissen (primär zu biowissenschaftlichen Grundlagen), Effektivwissen (zur Zusammenführung von Biowissenschaft und Trainingswissenschaft) sowie Handlungswissen (zur sportpraktischen Bewegungsausführung) wird noch einmal vor den drei Unterkapiteln die Aufmerksamkeit auf die entscheidenden inhaltlichen Schwerpunkte gelegt. Dem folgt die Präsentation eines umfangreichen Übungsvorrats zum Krafttraining (untergliedert nach Rumpfmuskulatur, Hüft-, Gesäß- und Beinmuskulatur sowie Schulter-, Brust und Armmuskulatur), zum Beweglichkeitstraining (mit den Schwerpunkten Mobilisation und Dehnung) sowie zum Koordinationstraining (mit den Themen Gleichgewichts-, Orientierungs-, Reaktions-, Rhythmus-, Differenzierungs-, Kopplungs- und Antizipations- oder Umstellungsfähigkeit). Die vorgestellten Übungen bieten ein sehr abwechslungsreiches Übungsprogramm, das auch unter normalen Bedingungen eines Fitnessstudios oder einer Sporthalle (und viele auch zu Hause) eingesetzt werden können. Für jede Übung werden auch Empfehlungen für Variationen (entweder in der Bewegungsausführung oder in der Nutzung eines anderen Sportgeräts) unterbreitet. Die Bewegungsausführung wird knapp beschrieben (und fotografisch unterlegt), was aber angesichts der nicht sehr komplexen Bewegungsaufgaben auch ausreichend erscheint.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Wiebelsheim Limpert 2009
Ausgabe:Wiebelsheim: Limpert, 2009.- 150 S.
Seiten:150
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel