Sozialpsychologie

Die Sozialpsychologie erforscht Prozesse innerhalb und zwischen sozialen Gruppen, sowie die Auswirkungen solcher Prozesse auf das Erleben und Verhalten des Individuums. Die Beteiligung von mehreren Personen an einer Situation löst bei diesen eine bestimmte Wahrnehmung aus, führt zu Emotionen, und die Beteiligten haben auch Motive, die sie in diese Situation mit einbringen. Das Erleben und Gestalten von Situationen wiederum führt zu Reaktionen im Verhalten von Personen. Wie diese aussehen wird nicht unwesentlich von Grundüberzeugungen, Einstellungen und Verhaltensmustern beeinflusst, die nicht unmittelbar im Kontext der erlebten Situation stehen müssen. Allein diese kurze Hinführung zu dem, was Sozialpsychologie leistet und wo sie sich im Alltag wie in der Wissenschaft als Teilgebiet der Psychologie und der Sozialwissenschaften positioniert bereitet den Einstieg in praktische Themen vor, die in vielen Bereich des gesellschaftlichen Lebens - und darunter natürlich auch im Sport - auftreten, analysiert werden und damit besser verstanden werden können. Zu diesen Themen gehören solche wie - soziale Kognitionen, soziale Erklärungen und soziale Beziehungen, - Selbsterkenntnis, Repräsentation, Struktur und Variabilität des Selbst, das Selbst in Aktion, - Einstellungen - ihre Messung, ihre Beziehung zum Verhalten und ihre Änderung, - prosoziales Verhalten - warum helfen Menschen einander oder warum tun sie das nicht? - aggressives Verhalten - biologische und psychologische Ansätze der Aggressivität, Prävention und Reduktion von Aggression, - Verhalten innerhalb von Gruppen - Normen, soziale Einflüsse, Entscheidungsprozesse in der Gruppe, - Intergruppenverhalten - Wahrnehmung, Konflikte, Interventionen. Die Liste dieser grundlegenden Themen der Sozialpsychologie lässt sehr schnell die Anknüpfdungspunkte für Sportwissenschaft und Sportpraxis erkenne, ist doch der Trainings- und Wettkampfalltag nicht selten durch Entwicklungsprozesse, Konflikte, Lösungen geprägt, die unmittelbar mit sozialen Prozessen innerhalb einer Trainingsgruppe, einer Mannschaft oder zwischen Trainer und Sportler in Verbindung stehen. Und im Wettkampf mit dem sportlichen Konkurrenten werden sozialpsychologische Topics versucht zu nutzen, um einen sportlichen Vorteil zu erlangen, um den Gegner vielleicht zu verunsichern, durch gezielt aggressives Auftreten zu beeindrucken oder aber durch ein besonders gut ausgeprägtes Selbstbewusstsein seien Position zu stärken. Da dieses Buch Schlüsselwissen zu diesen Schlüsselthemen vermitteln will, erscheint es auch für Trainer und Übungsleiter sehr interessant, um sich einerseits Grundlagen anzueignen, um Prozesse in der eigenen Trainingsgruppe besser verstehen zu können, und darauf aufbauend, diese auch mit beeinflussen zu können und sie möglicherweise auch im Wettkampf einsetzen zu können. Gleichzeitig bietet die Anlage des Buchs viele Anregungen aus der Praxis für die Praxis, wenn es vielleicht gilt, einen "Zickenkrieg" zu vermeiden oder zu schlichten, wenn sich die Hierarchie in der Gruppe oder Mannschaft ausprägt oder Trainer auch die Perspektive, Einstellungen und Verhaltensweisen ihrer Sportlerinnen und Sportler besser verstehen müssen, um Probleme lösen zu können und dadurch die Leistungsentwicklung fördern können. Diese Synthese von Theorie und Praxis, von Definitionen, grundlegenden Theorien und Modellen, von Forschungsbefunden und Praxislösungen, "garniert" mit weiterführender oder vertiefender Fachliteratur wird nicht nur für Studierende der Psychologie, sondern auch für Sportpraktiker und Sportwissenschaftler eine interessante und nützliche Lektüre.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: München E. Reinhardt 2009
Ausgabe:München: Ernst Reinhardt Verlag, 2009 . -190 S.
Seiten:190
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch