Sportpsychologische Betreuung. Eine Bestands- und Bedarfsanalyse in Nordbayern
Berichte von internationalen Wettkampfhöhepunkten wie Olympischen Spielen, Welt- oder Europameisterschaften in einer zunehmenden Zahl von Sportarten weisen auf das Wirken von Sportpsychologen sowohl in der langfristigen Vorbereitung im Training als auch im unmittelbaren Wettkampfumfeld hin oder betrachten eine solche sportpsychologischer Unterstützung zukünftig für notwendig, um die sportlichen Leistungen zu verbessern bzw. auf einem hohen Niveau zu stabilisieren. Ganz offensichtlich begreifen Spitzensportler und deren Trainer die Potenzen der Sportpsychologie für eine Leistungsverbesserung oder als Möglichkeit, die es Sportlern und Teams besser ermöglicht, ein im Training erreichtes sportliches Niveau unter schwierigen Wettkampfbedingungen tatsächlich zu zeigen.
Eine eingehende Beschäftigung mit der Materie, so wie sie Denise Waldenmayer vorgenommen hat, zeigt dann aber ein eher differenziertes Bild der Verfügbarkeit und Nutzung sportpsychologischer Leistungen und Verfahren. Dabei muss eingangs geklärt werden, in welchen Feldern Sportpsychologie eingesetzt werden kann und wird. Dazu gehören das psychoregulative Training zum Beispiel zum Umgang mit Stress oder Wettkampfangst genauso wie das kognitive Training zur Konzentrationsverbesserung oder Aufmerksamkeitssteuerung oder das Motivationstraining. Diese (und weitere sportpsychologische Aktionsfelder) zu nutzen, verlangt von Sportlern und Trainern ein entsprechendes Wissen sowohl zu den allgemeinen Grundlagen als auch zu den Anwendungsmöglichkeiten und Verfahren. Dabei kommt es anfangs darauf an, sachliche Informationen über die Interventionsmöglichkeiten und -mechanismen zu geben, das Anfangsinteresse an sportpsychologischer Unterstützen zu verstärken und auszubauen, um darauf aufbauend, in der Sportpraxis die Bereitschaft auszuprägen, sich nicht nur auf die Sportpsychologie "einzulassen", sondern in diesen Prozessen auch eine aktive Rolle einzunehmen.
In einer umfassenden Zustandserhebung im Raum Nordbayern wurden diesen Themen auf den Grund gegangen. Die gewonnenen Ergebnisse unterstreichen, dass der Bekanntheitsgrad des sportpsychologischen Trainings mit ca. 30 % bei Sportlern und Trainern noch relativ gering ist. So wurden sportpsychologische Verfahren auch nur bei 27,8 % der Sportler und 38,9 % der Trainer eingesetzt. Dahingegen ist das Interesse an mehr Informationen zu sportpsychologischen Interventionen weit stärker ausgeprägt: 75,7 % der befragten Sportler und alle befragten Trainer äußerten sich interessiert an diesen. Da außerdem 79,1 % der Sportler und 83,3 % der Trainer ihre Bereitschaft signalisierten, psychologische Verfahren regelmäßig oder während ausgewählter Trainingsphasen einzusetzen, scheint diesbezüglich Handlungsbedarf zu bestehen. Hier wird insbesondere der Trainer (in Zusammenarbeit mit Sportpsychologen) gefragt sein, sich mehr Wissen und mehr Fähigkeiten anzueignen, um diese Verfahren der Sportpsychologie nutzen zu können.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | social sciences |
| Language: | German |
| Published: |
Saarbrücken
VDM Verlag Dr. Müller
2008
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| Edition: | Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, 2008. - 171 S. |
| Pages: | 171 |
| Document types: | book |
| Level: | advanced |