Koordinationstherapie - Propriozeptives Training
Propriozeption als Eigenempfindung und Teil der menschlichen Tiefensensibilität ist die Wahrnehmung von Informationen nicht über die Außenwelt, sondern aus eigenen Körperabschnitten und über eigene Körperabschnitte. Im Sport findet sie zunehmend Interesse durch ihre Bedeutung für die Verletzungsprävention, aber auch in der Rehabilitation nach traumatischen Ereignissen, wenn es darum geht, koordinative Fähigkeiten und Fertigkeiten wieder zu erlangen, sie zu schulen oder durch Training schrittweise zu verbessern. Angesichts der zentralen Rolle, die diese Fähigkeiten im Zusammenspiel mit anderen konditionellen Fähigkeiten wie der Kraft, Schnelligkeit oder Ausdauer spielen, können die Potenziale des propirozeptiven Trainings nicht hoch genug eingeschätzt werden, wenn es darum geht, die sportliche Leistungsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern bzw. diese wiederherzustellen.
Gezielt setzt das propriozeptive Training darauf instabile Trainingsbedingungen zu schaffen, auf die der Mensch reagieren muss, bei deren Meisterung er (Bewegungs)Lösungen entwickelt und (Bewegungs)Erfahrungen sammelt, die ihm in unerwartet auftretenden Situationen hilfreich sein können. Dies hat unmittelbar mit der Schulung der Tiefensensibilität des Körpers zu tun, da durch Erlernung, Steuerung und Anpassung optimale und ökonomische Bewegungsmuster entstehen bzw. trainiert werden. Diese Themen bilden den inhaltlichen Schwerpunkt des einleitenden Kapitels zum propriozeptiven Trainings. Angesichts der Komplexität des Themas befassen sich die Autoren gezielt mit den verschiedenen wissenschaftlichen Facetten, beginnend mit der Koordination von Bewegungen über die Propriozeption und die Propriozeoptoren des menschlichen Körpers bis hin zum Nervensystem als der Verbindung von Gehirn und Körper, in diesem Fall primär den Muskeln. daraus leiten sich dann die Einsatzgebiete des sensomotorischen und propriozeptiven Trainings ab.
Der umfassende Praxisteil erläutert anfangs die Rahmenbedingugnen, die für das propriozeptive Training wichtig sind (wie eine stabile bzw. instabile Unterlage). Für beide Teilbereiche wird eine interessante Auswahl von Einzel- und Partnerübungen mit oder ohne Sport- bzw. Hilfsgerät vorgestellt. In der Folge wird dann die posturale propriozeptive Therapie (PPT) nach Rasev vorgestellt. Diese gliedert sich in sieben Therapiestufen, die das Ziel verfolgen, den Patienten oder Sportler gezielt in seiner Aufmerksamkeit von der Erhaltung des Gleichgewichts abzulenken und damit neue kybernetische posturale Steuerungsmechanismen für die segmentale Koordination zu aktivieren. Für jede der hinsichtlich des Schwierigkeitsgrades auf einander aufbauenden Therapiestufen wird ein entsprechendes Übungsprogramm vorgestellt. Die danach präsentierten Spielformen erweitern die Einsatzmöglichkeiten nochmals beträchtlich und führen dazu, dass der Faktor Spaß auch in diesem Training nicht zu kurz kommt.
Die abschließend vorgestellten sensomotorischen Tests sind sowohl in der Rehabilitation als auch in der Sportpraxis relevant, helfen sie doch, das Niveau der koordinativen Leistungsfähigkeit zu beurteilen.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | biological and medical sciences training science |
| Language: | German |
| Published: |
Aachen
Meyer & Meyer
2009
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| Edition: | Aachen: Meyer & Meyer, 4. überarb. Aufl., 2009. - 171 S. |
| Online Access: | https://www.amazon.de/s?k=Koordinationstherapie%20-%20Propriozeptives%20Training |
| Pages: | 171 |
| Document types: | book |
| Level: | intermediate |