Turnen an Geräten. Strukturelle Systematik, Terminologie - Boden und Sprung
Wer da denkt oder sagt, dass die traditionellen Kernsportarten, zu denen zweifelsohne das Turnen gehört, angesichts der vielen neuen und "coolen" Trend- und Erlebnissportarten "out" seien, dem ist dieses Büchlein an die Hand zu geben. Gerade das Kapitel "alternatives Turnen" bietet sowohl eine begriffliche Klärung und Vorstellung der mit dieser interessanten Variante des Turnens besonders zu entwickelnden Kompetenzen (Selbstkompetenz, Material- und Sachkompetenz und Sozialkompetenz). Das Autorenteam widmet sich aber genauso den Inhalten, Bewegungsarten (vom Balancieren, Klettern, Schaukeln und Schwingen über das Rollen und Überschlagen und natürlich auch das Springen, bis hin zum Hindernisturnen und zum Turnen in Bewegungslandschaften) und einzusetzenden Geräte und stellt Praxisideen vor, die in Übungsstunden mit Kindern genauso eingesetzt werden können wie mit Erwachsenen, die Spaß am Turnen haben (wollen) oder mit Senioren. Dabei legen die Autoren sehr viel Wert auf die Erklärung von Zusammenhängen zwischen unterschiedlichen Varianten der einzelnen Bewegungsformen, die an Einzelbeispielen fotografisch vorgestellt werden. Für jedes einzelne der Standardgeräte sowie für alternative Geräte (Trapez, Rundlauf oder Minitrampolin) nehmen sie eine Analyse vor, welche Grundformen der Bewegung und welche ihrer Varianten dort typisch sind. Damit gelingt es, ohne nun Dutzende von Einzelbeispielen für Übungen vorstellen zu müssen, beim Übungsleiter oder Sportlehrer den Blick zu weiten, um eigenständig geeignete Übungen zu erkennen, auszuwählen, in Übungsverbindungen einzubauen oder gar selbst zu kreieren. Da auch das alternative Turnen wesentlich durch turnerische Elemente geprägt wird, die dem traditionellen Turnen entstammen, wundert es nicht, dass Basiselemente des Bodenturnen sowie des Turnens an Sprunggeräten vorgestellt werden. Sehr interessant und wichtig für den Praxisnutzen des Buches sind die damit gegebenen methodischen Hinweise zur Erlernung der Elemente, sei es die Standwaage oder der Überschlag vorwärts oder rückwärts, die Sprunghocke oder die Sprungwende. Mit diesen methodischen Kapiteln schließt sich auch wieder der Kreis zu den einführenden, grundlegenden Ausführungen, in denen eine strukturelle Systematik des Gerätturnens sowie eine Auswahl wichtiger Termini (von der Kommunikation und dem Lernen, Regeln zur Bildung von Übungsbezeichnungen bis hin zu Griffarten und Bewegungsrichtungen) vorgestellt werden. Damit eignet sich das Buch sowohl für die Aus- und Fortbildung von Übungsleitern, gehört aber auch in den Bücherschrank des Turnpraktikers, der ein kompaktes Nachschlagewerk sucht oder der sich noch einmal mit methodischen Prinzipien und Grundsätzen des Trainierens und Übens im Turnen auseinandersetzen will.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | technische Sportarten Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Schorndorf
Hofmann Verlag
2007
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| Ausgabe: | Schorndorf: Hofmann, 2007. - 166 S. |
| Schriftenreihe: | Praxisideen. Schriftenreihe für Bewegung, Spiel und Sport, 29 |
| Seiten: | 166 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |